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03.07.2019 | DIGITALISIERUNG

Fit 4 Innovation! So gestaltet Schwaben die Zukunft

Am 25.06.2019 fand bei strahlendem Sonnenschein das dritte Zukunfts-FORUM der FORUM MEDIA GROUP statt. Der Titel der diesjährigen Veranstaltung lautete „Fit 4 Innovation! So gestaltet Schwaben die Zukunft“. Ob die Zukunft für die Wirtschaftsregion ebenfalls sonnig aussieht, galt es von den Referenten zu klären.

Dafür fanden sich rund 90 Interessierte aus Wirtschaft, Politik und Hochschulen am Dienstagvormittag bei der FORUM Media Group am Hauptsitz in Merching ein, um sechs spannende Vorträge rund ums Thema Innovationen in Schwaben zu hören und miteinander zu diskutieren. Mit dabei war ebenfalls die AKADEMIE HERKERT – das Bildungshaus der FORUM VERLAG HERKERT GMBH, ein Unternehmen der FORUM MEDIA GROUP.

Arbeit 4.0 – Der Mensch bleibt NICHT auf der Strecke

Nach der Begrüßung durch Herrn Herkert, dem Gründer der Mediengruppe, widmete sich Prof. Dr. Rohrmair (Präsident der Hochschule Augsburg) der Frage, ob der Mensch durch die digitale Transformation auf der Strecke bleibt.

Dazu lohnt es sich, einen Blick darauf zu werfen, warum überhaupt so viele Menschen Angst vor der Digitalisierung haben. Prof. Dr. Rohrmairs Antwort darauf ist, dass die Digitalisierung zum einen etablierte Denkmuster und Institutionen angreift. Zum anderen spricht eine vermeintlich übermächtige Technik unsere Urängste an – zusätzlich befeuert durch Dystopien aus Hollywood und Studien, die das Aussterben ganzer Berufszweige durch die Digitalisierung ankündigen.

Dem entgegen steht Professor Rohrmairs Feststellung, dass die Digitalisierung von sogenannten „Plattforminnovationen“ wie Uber, Amazon, Spotify, Expedia, etc. dominiert wird. Ihre Stärke ist, dass sie ein besonderes Kundenbedürfnis optimal zufrieden stellen. Die bisher größten Erfolgsgeschichten sind also nicht einfach nur Technologien, sondern Dienstleistungen, die dem Menschen dienen statt ihn zu verdrängen.

Schwabens Vorteil: Agilität!

Was macht Schwaben und Augsburg denn nun eigentlich zu einer so starken Region in Anbetracht der vielen Herausforderungen und Veränderungen? „Weil wir als Region agil sind“, sagte Dr. Andreas Kopton, Präsident der IHK-Schwaben. Aktuell seien besonders die ansässigen Technologiefelder Informations und Software-Technik, Mechatronik, Composit Fertigung und Umwelttechnik nicht nur innovativ, sondern auch mit Blick auf die Zukunft besonders vielversprechend.

Um den Austausch zwischen diesen und weiteren Branchen zu fördern und die Innovationskraft der Region zu stärken, wurde der „Augsburger Innovationspark“ ins Leben gerufen. Er bietet unter anderem für Wissenschaftler, Unternehmen und Nachwuchskräfte aller Branchen eine Austausch- und Innovationsplattform. Mit dem Innovationspark ist also ein guter Grundstein dafür gelegt, dass Schwaben auch in Zukunft vernetzt, agil und innovationsstark bleibt.

Entscheider brauchen noch mehr Mut

Der Geschäftsführer des Innovationsparks Wolfang Hehl stellte für seinen Vortrag dennoch die provokative Frage: Innovation – nur der nächste Hype? Seine Antwort darauf lautete kurz und knapp: „Nein“.

Ganz im Gegenteil: Innovationen werden nicht weniger wichtig, sondern immer wichtiger! Denn: unsere Welt wird immer komplexer und damit wächst auch der Bedarf an Lösungen für diese komplexen Probleme. Diese Bedingungen „lechzen“ also geradezu nach Innovationen, so Hehl.

Zu dieser Tatsache fand Herr Hehl aber auch mahnende Worte. Denn auch wenn Augsburg und Schwaben auf einem guten Weg seien, brauche es noch viel mehr Mut von den Entscheidern aus Wirtschaft, Politik und Forschung, um noch mehr an Innovationen zu glauben und sie zu fördern, damit man in Zukunft nicht im nationalen und internationalen Vergleich zurückfalle.

Innovationen von der FORUM VERLAG HERKERT GMBH und MAN Energy Solutions

Welche spannenden Innovationen Augsburger Firmen bereithalten, zeigten MAN Energy Solutions (MAN ES), Faurecia und die FORUM VERLAG HERKERT GMBH.

Dorothe Köller, Verlagsleitung der FORUM VERLAG HERKERT GMBH, stellte beispielsweise die hauseigene Publishing Plattform Forum Desk (www.desk.forum-verlag.com) und das ebenfalls selbst entwickelte Learning Management System www.meine.akademie-herkert.de vor.

Um den Teilnehmern das Portal „Meine AKADEMIE HERKERT“ näher erklären zu können, war die AKADEMIE HERKERT mit einem Stand auf dem Zukunftsforum vertreten. Hier konnten Interessierte Ihre Fragen zum Portal stellen und sich außerdem über 29 Weiterbildungen zu verschiedensten Digitalisierungsthemen beraten lassen.

Um dem ständigen und hohen Innovationsdruck standhalten zu können, hat die FORUM MEDIA GROUP außerdem ihre eigene Innovationsplattform geschaffen. Beim firmeninternen Event „Let’s Innovate“ können Mitarbeiter ihre Ideen für das Unternehmen vorstellen und die „Jury“ davon überzeugen. Es gilt: Keine Schranken im Kopf. Alle Ideen können, dürfen und sollen vorgestellt werden.

Dr. Gunnar Stiesch, Senior Vice President und Leiter der Motorenentwicklung bei MAN Energy Solutions, stellte interessante Projekte aus den Bereichen Engines und Marine Systems, Power Plants und Turbo Machinery vor.

Beispielsweise betreibt MAN ES den weltweit ersten Unterwasser-Kompressor zur Förderung von Gas. Die Vorrichtung ist so groß wie ein Fußballfeld und liegt 300 Meter unter dem Meeresspiegel.

Mit ihren Lösungen für dezentrale Energieversorgung schafft es MAN ES außerdem, bereits 25% der Energieversorgung von La Réunion zu decken. Damit sind ist das Unternehmen führend in der dezentralen Energieversorgung.

Der Fiat Multipla: Positives und negatives Beispiel für Innovation

Am Beispiel des Fiat Multipla zeigte Klaus Spindler, Director Artificial Intelligence Technologies bei Faurecia Clean Mobility, wie wichtig der Zeitpunkt für den Erfolg einer Innovation ist. Denn auch wenn der Multipla vom Magazin „Der Spiegel“ zum hässlichsten Auto aller Zeiten gekürt wurde, stand er im Museum of Modern Art in New York – als Beispiel für ein Auto der Zukunft.

Denn trotz des optisch wenig ansprechenden Designs waren unter anderem das Innenraum- und Motorenkonzept des Multipla besonders innovativ und ihrer Zeit voraus. Leider fand dieses Konzept bei den Käufern keinen Zuspruch, weshalb die Produktion wieder eingestellt wurde.

Rebelliert!

Abschließend griff Norbert Bietsch, Geschäftsführer der FORUM MEDIA GROUP die Worte von Herrn Hehl auf und wünschte sich insgesamt mehr Mut von Entscheidungsträgern: Mehr Mut, um aus alten Prozessen auszubrechen; Mehr Mut, um Investitionen zu tätigen; Mehr Mut, um unbequeme Veränderungen anzustoßen; Mehr Mut zur Rebellion und um Rebellion zuzulassen. Denn nur durch die ständige Veränderung kann ein Unternehmen, ein Standtort, eine Region in Zukunft innovativ und wettbewerbsfähig bleiben.

Weiterführende Informationen

Einen kurzen Bericht von a.tv zum Zukunftsforum finden Sie unter 
https://www.augsburg.tv/mediathek/kategorie/aktuell/video/zukunftsforum-in-merching/

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