Wann muss die Entfernungspauschale gekürzt werden?

FG-Urteil | Entfernungspauschale | Reisekosten | Norma Ebeling-Kapitz
Entfernungspauschale

Die volle Entfernungspauschale für die Fahrten zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte des Arbeitnehmers beträgt 0,30 Euro für jeden Entfernungskilometer. Dieser Satz kann nur dann in voller Höhe in Anspruch genommen werden, wenn der Arbeitnehmer auch tatsächlich den Hin- und Rückweg von der Wohnung zur Arbeitsstätte an einem Kalendertag zurücklegt. Sofern er jedoch an einem Tag den Hinweg fährt und erst am nächsten Kalendertag den Rückweg antritt, so ist die Entfernungspauschale stets auf die Hälfte zu kürzen. So hat das Finanzgericht Baden-Württemberg in seinem aktuellen Urteil vom 20.6.2012 (Az. 7 K 4440/10) entschieden. Die Entfernungspauschale könne immer nur für tatsächlich zurückgelegte Wege zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte in Anspruch genommen werden. Die Revision wurde nicht zugelassen.Bei der Gewährung der Entfernungspauschale komme es regelmäßig nicht darauf an, wie der Arbeitnehmer den Arbeitsweg zurücklege und ob ihm dadurch überhaupt Kosten entstehen, sondern vielmehr darauf, dass er den Weg auch tatsächlich an einem Kalendertag zurücklegt.Sofern ein Arbeitnehmer an einem Tag den Weg von seiner Wohnung zur regelmäßigen Arbeitsstätte auch mehrfach zurücklegen muss, z. B. weil er Bereitschaftsdienst ausführen muss, so kann er grundsätzlich auch bei mehreren Fahrten an einem Kalendertag nur einmal die Entfernungspauschale in Anspruch nehmen. Dies hatte kürzlich das Finanzgericht Hessen mit seinem Urteil vom 6.2.2012 (Az. 4 K 3301/09) bestätigt.

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