So optimieren Sie den Sachbezug bei der Firmenwagengestellung!

Dienstwagen | Versteuerung geldwerter Vorteil | Norma Ebeling-Kapitz

Auto & GeldDurch die Neuregelungen für das Reisekostenrecht ergeben sich durchaus Gestaltungsmöglichkeiten für den Arbeitgeber, die dazu führen, die Steuerbelastung für ihn und für den Arbeitnehmer zu mindern.

Im Folgenden wird anhand eines Beispiels dargestellt, wie sich die Festlegung einer ersten Tätigkeitsstätte durch den Arbeitgeber auf die Versteuerung des geldwerten Vorteils bei einer Firmenwagengestellung auswirkt.

Beispiel zur Berechnung des geldwerten Vorteils:

Ein in A wohnender Arbeitnehmer ist an 3 Tagen in der Woche in einer Filiale seines Arbeitgebers in X und an 2 Tagen in der Woche in einer Filiale seines Arbeitgebers in Y tätig. Er legt die 35 km von Y nach X (einfache Entfernung) mit einem vom Arbeitgeber überlassenen Firmenwagen zurück. Der inländische Bruttolistenpreis des Firmenwagens beträgt 35.000 EUR. Von seiner Wohnung zur Filiale in Y sind es nur 5 km.

Lösung ohne Tätigwerden des Arbeitgebers

Im Zuge der bisherigen Regelungen musste der sog. qualitative Tätigkeitsmittelpunkt für die Ermittlung der ersten Tätigkeitsstätte ermittelt werden. Dies war der Ort, der am häufigsten vom Arbeitnehmer aufgesucht wurde und an dem er den qualitativen Schwerpunkt seiner beruflichen Tätigkeit hatte. Für den im Beispiel dargestellten Sachverhalt wäre dies die weiter entfernt gelegene Filiale in X gewesen, da der Arbeitnehmer dort zum überwiegenden Teil tätig wird.

Der geldwerte Vorteil für die Gestellung des Firmenwagens ermittelte sich wie folgt:

1 % v. 35.000 EUR (Bruttolistenpreis) für Privatnutzung 350,00 EUR
0,03 % für die Fahrten Wohnung–erste Tätigkeitsstätte (Bruttolistenpreis x 0,03 % x 35 km) 367,50 EUR
Geldwerter Vorteil gesamt 717,50 EUR

 

Lösung ab 2014: Arbeitgeber legt eine erste Tätigkeitsstätte fest

Während es in der Vergangenheit auf qualitative Kriterien ankam, kommt es ab 2014 alleine auf die arbeitsrechtliche Zuordnung des Arbeitgebers an, wo der Arbeitnehmer seine erste Tätigkeitsstätte hat. Diese Festlegung kann unabhängig von den qualitativen Kriterien erfolgen. Nutzt der Arbeitgeber diesen Gestaltungsspielraum und bestimmt Y als erste Tätigkeitsstätte, ändert sich die Berechnung der Dienstwagenbesteuerung zugunsten des Arbeitnehmers wie folgt:

1 % v. 35.000 EUR (Bruttolistenpreis) für Privatnutzung 350,00 EUR
0,03 % für die Fahrten Wohnung–erste Tätigkeitsstätte (Bruttolistenpreis x 0,03 % x 5 km) 52,50 EUR
Geldwerter Vorteil gesamt 402,50 EUR

Ergebnis:

Der Arbeitgeber vermindert durch die Nutzung des neuen Gestaltungsspielraums den aus der Gestellung des Dienstwagens resultierenden geldwerten Vorteil um 3.780,00 EUR jährlich (315,00 EUR x 12 Monate). Dadurch spart der Arbeitnehmer Lohnsteuer und ggf. auch Sozialversicherungsbeiträge, sofern er die Beitragsbemessungsgrenzen nicht übersteigt. Dann spart auch der Arbeitgeber durch die Reduzierung des Arbeitgeberanteils zur Sozialversicherung. Des Weiteren reduziert sich für den Arbeitgeber die Umsatzsteuer für die Firmenwagengestellung.

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