Lohnsteueränderungsrichtlinien 2015: Erste interessante Punkte zum Entwurf

Lohnsteuer-Änderungsrichtlinien 2015 | LStÄR | Christian Ziesel

Holzstempel auf Dokument: LohnsteuerÜber den am 24.04.2014 veröffentlichten Entwurf des Bundesfinanzministeriums zu den geplanten Lohnsteueränderungsrichtlinien 2015 (LStÄR 2015) haben wir bereits berichtet. Im Folgenden erfahren Sie nun erste interessante Punkte zum Entwurf.

Trotz anderweitiger Ankündigungen der Finanzverwaltung sind einige Änderungen im Entwurf enthalten, die das Reisekosten- und Bewirtungsrecht betreffen. Es wird noch erwartet, dass bis zur endgültigen Verabschiedung der aktuell interessante Punkt der Freigrenze von 110 Euro bei Betriebsveranstaltungen und evtl. die Anwendung des § 37b bei Geschenken an Geschäftsfreunde neu bzw. abschließend geregelt wird.

Der Entwurf der LStÄR berücksichtigt im Wesentlichen die Rechtsänderungen aus mittlerweile ergangenen Gesetzen, der neueren Rechtsprechung und den Verwaltungsentscheidungen. Nach einer Verbandsanhörung und der abschließenden Erörterung mit den obersten Finanzbehörden der Länder soll die politische Umsetzung im Herbst 2014 erfolgen. Ab 2015 werden sie beim Lohnsteuerabzug anzuwenden sein.

Anhebung der Freigrenze für Sachzuwendungen zum 01.01.2015

Zu den lohnsteuerfreien Aufmerksamkeiten gehören aktuell Sachzuwendungen bis zu einem Wert von 40 Euro brutto (z. B. Blumen oder eine CD), die dem Mitarbeiter oder seinem Angehörigen aus Anlass eines besonderen persönlichen Ereignisses (wie Geburtstag, Hochzeit oder Geburt eines Kindes) zugewendet werden. Es muss sich um einen persönlichen Anlass handeln und nicht um Weihnachten oder Ostern etc.

Geplante Änderung:
Mit Wirkung ab 01.01.2015 soll diese Freigrenze auf 60 Euro erhöht werden (R 19.6 Abs. 1 LStÄR 2015).

Anhebung der Freigrenze für sog. Arbeitsessen auf 60 Euro

Ebenfalls nicht steuerpflichtig sind sog. Arbeitsessen, deren Wert beim einzelnen Arbeitnehmer aktuell 40 EUR brutto nicht übersteigt. Ein Arbeitsessen in diesem Sinne liegt vor, wenn der Arbeitgeber den Mitarbeitern anlässlich oder während eines außergewöhnlichen Arbeitseinsatzes (z. B. während einer außergewöhnlichen betrieblichen Besprechung), im ganz überwiegenden betrieblichen Interesse an einer günstigen Gestaltung des Arbeitsablaufs Speisen und Getränke bis zu dieser Freigrenze unentgeltlich oder teilentgeltlich überlässt.

Geplante Änderung:
Auch bei dieser Freigrenze ist im LStÄR-Entwurf 2015 eine Erhöhung zum 01.01.2015 auf 60 Euro brutto geplant (R 19.6 Abs. 2 LStÄR 2015).

Diese Anhebung der Freigrenze wäre eine logische Konsequenz analog der Freigrenze für arbeitgeberveranlasste Mahlzeiten seit 01.01.2014 im Rahmen der Reisekostenreform.

Die Grenze einer „üblichen“ arbeitgeberveranlassten Mahlzeit im Rahmen einer beruflich veranlassten Auswärtstätigkeit wurde bereits zum 01.01.2014 von brutto 40 Euro auf brutto 60 Euro erhöht. Aus diesem Grund wäre die Erhöhung der Freigrenze beim sog. „Arbeitsessen“ angebracht.

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