Die rote Karte im Reisekostenrecht

Betriebsveranstaltungen | Bewirtungskosten + Lohnsteuer | Claudia Auernhammer

Schiedsrichter Rote KarteAufgrund der Veranstaltungsorte liegen die Spielzeiten der momentanen Europameisterschaft für die meisten Arbeitnehmer zeitlich in der Freizeit. Was ist aber, wenn es sich um Arbeitszeit handelt oder der Arbeitgeber nach Dienstschluss die Mitarbeiter zum gemeinsamen public viewing einlädt? Ahnen Sie die Folgen? Eine Fußball-Party im betrieblichen Umfeld kann eine Betriebsveranstaltung sein! Und hier lauert eine „Abseits“-Lohnsteuerfalle auf den Arbeitgeber. Eine Betriebsveranstaltung ist nur dann lohnsteuerlich unrelevant, wenn das betriebliche Interesse im Vordergrund steht. Bei Mitarbeiterjubiläen oder Beförderungsfeiern ist das in der Regel der Fall. Bei anderen Betriebsveranstaltungen, wie eine Fußballparty, ist es da eher schwierig ein überwiegendes betriebliches Interesse zu unterstellen.

Die Fußball Party ist charakteristisch in die Reihe von Betriebsausflügen oder Weihnachtsfeiern einzuordnen. Betriebliches Interesse ja, denn gemeinsames Leiden oder Freuen vor der Leinwand mag dem Teambuilding nützlich sein, aber überwiegendes betriebliches Interesse ist wohl nicht zu bejahen.

Das Finanzamt zeigt dem Arbeitgeber die „rote Karte“

Was sind die Folgen? Ab der dritten Betriebsveranstaltung mit nicht überwiegendem betrieblichem Interesse fällt lohnsteuerlicher Arbeitslohn an. Hat der Arbeitgeber bereits einen Betriebsausflug und ein Frühlingsfest für die Mitarbeiter veranstaltet bekommt er vom Finanzamt jetzt die rote Karte.
Wie wird der Arbeitslohn bemessen? Alle Aufwendungen des Arbeitgebers für Beamer- und Leinwandleasing, Getränke, Essen sind Ausgaben, die dem lohnsteuerlichen Abzug unterliegen. Spätestens im Rahmen einer Betriebsprüfung kann somit eine solche Veranstaltung zum Eigentor werden.

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