Allgemeiner Überblick zum häuslichen Arbeitszimmer

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Die Oberfinanzdirektion Niedersachsen hat in einem Beschluss vom 27.03.2017 (S 2354 – 118 – ST 215) einen hilfreichen Leitfaden zum Thema „Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer“ herausgegeben.

Damit bietet die OFD einen allgemeinen Überblick mit Hinweisen, wie in der Praxis damit verfahren wird.

Hintergrund

Grundsätzlich sind Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer nach § 4 Abs. 5 Nr. 6b EStG nicht abzugsfähige Aufwendungen. Nur in zwei Ausnahmefällen kommt ein Abzug der entstandenen Aufwendungen in Betracht – unter der Voraussetzung, dass es sich beim Arbeitszimmer um einen separaten Raum handelt, der von der übrigen Wohnung durch eine Tür oder eine Wand etc. abgetrennt ist. Bei einer Arbeitsecke, die durch einen Raumteiler oder Vorhang etc. von der restlichen Wohnung abgetrennt ist, wird der Werbungskostenabzug dagegen nicht zugelassen.

Wenn Arbeitnehmer von Zuhause aus arbeiten, können sie die Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer als Werbungskosten wie folgt geltend machen:

  1. Ein voller Werbungskostenabzug ist möglich, wenn das Arbeitszimmer den qualitativen Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Tätigkeit bildet.
  2. Wenn sich dieser Mittelpunkt nicht im häuslichen Arbeitszimmer befindet, kommt ein begrenzter Abzug der Aufwendungen von bis zu 1.250 EUR in Betracht, wenn für die berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht.

Praxisbeispiel zu Fall 2

Die OFD Niedersachsen beschreibt das Beispiel, dass ein EDV-Berater außerhalb seiner regulären Arbeitszeiten einen Bereitschaftsdienst im häuslichen Arbeitszimmer ausübt. Während dieser Zeiten steht ihm der andere Arbeitsplatz nicht zur Verfügung. In diesem Fall können die Aufwendungen für sein häusliches Arbeitszimmer bis zu 1.250 EUR abgezogen werden.

Zur Verfügung der OFD Niedersachsen

Die OFD Niedersachsen bietet mit ihrer Verfügung vom 27.03.2017 einen allgemeinen Überblick über den Abzug solcher Aufwendungen. Darin werden anhand zahlreicher Beispiele folgende Punkte thematisiert:

  • Prüfungsreihenfolge
    • Grundvoraussetzung des häuslichen Arbeitszimmers (wann liegt also ein häusliches Arbeitszimmer genau vor?)
    • Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung
    • für die betriebliche und/oder berufliche Betätigung steht kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung
    • Besonderheiten (Poolarbeitsplatz, Telearbeitsplatz/Home-Office)
  • Höchstbetrag gemäß § 4 Abs. 5 Nr. 6b Satz 2 1. Halbsatz EStG
  • abzugsfähige Aufwendungen eines häuslichen Arbeitszimmers (wie Miete, Schuldzinsen, Wasser-, Energie-, Reinigungskosten, Ausstattung etc.)
  • Berechnung der Aufwendungen, die auf das häusliche Arbeitszimmer entfallen
  • Ersatzleistungen des Arbeitgebers

Quelle: OFD Niedersachsen vom 27.03.2017 (S 2354 – 118 – St 215) (abrufbar auf nwb Datenbank)

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