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Neuigkeiten & Fachwissen
01.08.2022 | PERSONAL, AUSBILDUNG & RECHT
Unter der sog. Auslandspauschale werden Reise- und Verpflegungskosten bei Auslandsaufenthalten verstanden. Umgangssprchlich ist auch oft von Auslands-Spesen die Rede. Grundsätzlich handelt es sich hierbei um Kosten, die im Rahmen einer ausgeübten Tätigkeit anfallen. Freelancer oder Selbständige können derartige Beträge von der Steuer absetzen. Arbeitnehmenden hingegen bekommen diese in der Regel steuerfrei vom Arbeitgebenden erstattet.
Auslandspauschale Forum Verlag Herkert GmbH
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Inhaltsverzeichnis

  1. Auslandspauschalen für 2020 sind veröffentlicht
  2. Kürzung der Verpflegungspauschale
  3. Exkurs: Auslandspauschalen für 2020 für den öffentlichen Dienst

Auslandspauschalen für 2020 sind veröffentlicht

Am 19.11.2019 hat das BMF die Pauschbeträge für Verpflegungsmehraufwand und Übernachtungen für beruflich und betrieblich veranlasste Auslandsdienstreisen für 2020 mit BMF-Schreiben vom 15.11.2019 veröffentlicht. Dabei wurden die Pauschalen u. a. für die Türkei und für Pakistan, aber auch für Mexiko, für die Vereinigten Arabischen Emirate oder für die Niederlande angepasst. Neu hinzugekommen sind Auslandspauschalen für das indische Bangalore.

Die komplette Übersicht mit den Pauschbeträgen, die ab 01.01.2020 gelten, finden Sie am Ende dieses Beitrags.

Hintergrund

Bei eintägigen Reisen, die ins Ausland führen, ist wie bisher auch der entsprechende Pauschbetrag des letzten Tätigkeitsorts im Ausland maßgebend. Bei mehrtägigen Dienstreisen in verschiedene Staaten ist bei der Ermittlung der Verpflegungspauschalen am An- und Abreisetag sowie an den Zwischentagen (Tage mit 24-stündiger Abwesenheit) bzgl. § 9 Abs. 4a Satz 5 Halbsatz 2 EStG Folgendes zu beachten:

  • Anreise vom Inland ins Ausland oder vom Ausland ins Inland – jeweils ohne Tätigwerden: Es ist der Pauschbetrag des Orts maßgebend, der vor 24:00 Uhr Ortszeit erreicht wird.
  • Abreise vom Ausland ins Inland oder vom Inland ins Ausland: Es ist der Pauschbetrag des letzten Tätigkeitsorts maßgebend.
  • Für die Zwischentage ist i. d. R. der Pauschbetrag des Orts maßgebend, den der Reisende vor 24:00 Uhr Ortszeit erreicht.

Sonderfall: Wenn sich am Rückreisetag eine weitere Auswärtstätigkeit anschließt

Schließt sich an den Tag der Rückreise von einer mehrtägigen Auswärtstätigkeit zur Wohnung bzw. zur ersten Tätigkeitsstätte eine weitere ein- oder mehrtägige Auswärtstätigkeit an, kann für diesen Tag nur die höhere Verpflegungspauschale berücksichtigt werden.

Kürzung der Verpflegungspauschale

Bei Mahlzeiten, die der Arbeitgeber oder auf dessen Veranlassung ein Dritter gestellt hat, ist die Kürzung der Verpflegungspauschale i. S. d. § 9 Abs. 4a Satz 8 ff. EStG tagesbezogen vorzunehmen; also von der Verpflegungspauschalen für eine 24-stündige Abwesenheit, die für den jeweiligen Reisetag maßgeblich ist (vgl. § 9 Abs. 4a Satz 5 EStG) – unabhängig davon, in welchem Land die jeweilige Mahlzeit zur Verfügung gestellt wurde.

Praxisbeispiel:

Arbeitnehmer A kehrt am Dienstag von einer mehrtägigen Auswärtstätigkeit in Straßburg zu seiner Wohnung zurück, um sich mit frischer Kleidung und den nötigen Unterlagen einzudecken, bevor er zu einer weiteren mehrtägigen Auswärtstätigkeit nach Kopenhagen aufbricht, wo er um 23:00 Uhr ankommt. Die Übernachtungen samt Frühstück wurden vom Arbeitgeber im Voraus gebucht und bezahlt.

Lösung:

Für Dienstag ist lediglich die höhere Verpflegungspauschale von 39 Euro (Rückreisetag von Straßburg: 34 Euro, Anreisetag nach Kopenhagen: 39 Euro) anzusetzen. Aufgrund der Frühstücksgestellung im Rahmen der Übernachtung in Straßburg muss die Verpflegungspauschale um 11,60 Euro (20 % der Verpflegungspauschale für Kopenhagen für einen vollen Kalendertag: 58 Euro) auf 27,40 Euro gekürzt werden.

Hinweis: Auch in diesem Jahr weist das BMF-Schreiben darauf hin, dass Anpassungen für die Philippinen auch für Mikronesien gelten. Die Beträge für Trinidad und Tobago gelten auch für die zu dessen Amtsbezirk gehörenden Staaten Antigua und Barbuda, Dominica, Grenada, Guyana, St. Kitts und Nevis St. Lucia, St. Vincent und Grenadinen sowie Suriname.

Exkurs: Auslandspauschalen 2020 für den öffentlichen Dienst

Nachdem das BMF am 19.11.2019 die „allgemeinen” Pauschbeträge für Verpflegungsmehraufwand und Übernachtungen für beruflich und betrieblich veranlasste Auslandsdienstreisen für 2020 veröffentlicht hat, folgte am 04.12.2019 die „Allgemeine Verwaltungsvorschrift über die Neufestsetzung der Auslandstage- und Auslandsübernachtungsgelder vom 14.10.2019“ (ARVVwV) für den öffentlichen Dienst im Gemeinsamen Ministerialblatt (Nr. 64).

Auch diese treten am 01.01.2020 in Kraft. Gleichzeitig tritt die Allgemeine Verwaltungsvorschrift über die Neufestsetzung der Auslandstage- und -übernachtungsgelder vom 07.11.2018 (GMBI. 2018 S. 1130) außer Kraft.

Hintergrund

Nach § 16 BRKG erlässt das Bundesinnenministerium im Einvernehmen mit dem Auswärtigen Amt die allgemeine Verwaltungsvorschrift zu § 3 Abs. 1 Satz 1 Auslandsreisekostenverordnung (ARV) vom 21.05.1991 (BGBI. I S. 1140). Auch hier wird die Entwicklung der Wechselkurse und der Verbraucherpreise berücksichtigt.

Wenn im Rahmen einer Auslandsdienstreise ein Mittagessen in einer Kantine eingenommen wird, beträgt das Auslandstagegeld nach § 3 Abs. 1 und 2 ARV 80 % des jeweiligen Auslandstagegelds.

Für notwendige Übernachtungen, für die kein belegmäßiger Nachweis vorliegt, beträgt das Auslandsübernachtungsgeld nach § 3 Abs. 1 und 2 ARV 50 % des jeweiligen Auslandsübernachtungsgelds, das mit Nachweis gezahlt wird, maximal jedoch 30 Euro.

Änderungen im Vergleich zum Vorjahr gibt es u. a. bei Indien (hier ist ebenfalls Bangalore hinzugekommen), bei Pakistan, Kroatien, Argentinien und einigen afrikanischen Ländern.

Quelle: Allgemeine Verwaltungsvorschrift über die Neufestsetzung der Auslandstage- und Auslandsübernachtungsgelder vom 14.10.2019 (ARVVwV) – Rundschreiben des BMI vom 24.10.2019 (D6 – 30201/10#3) (GMBl. 2019 S. 1286), BMF-Schreiben vom 15.11.2019 – IV C 5 – S 2353/19/10010:001

 
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