Winter, Schnee, Glatteis und Unfallgefahr

Winter, Schnee, Glatteis und UnfallgefahrPraxistipp | Unfallkosten an privatem Pkw | Christian Ziesel

Das müssen Sie beachten, wenn ein Arbeitnehmer einen Unfall auf einer Fahrt anlässlich einer Dienstfahrt bzw. einer Fahrt Wohnung / Arbeitsstätte hat und Sie die Kosten erstatten möchten:

Unfallkosten auf einer Dienstfahrt

Der Arbeitgeber kann die Kosten, die dem Arbeitnehmer zur Beseitigung eines Unfallschadens an seinem privaten Kraftfahrzeug entstehen, steuer- und beitragsfrei ersetzen, wenn die Unfallkosten begrifflich den Reisekosten im lohnsteuerlichen Sinne zugerechnet werden können. Das heißt, dass die Unfallkosten anlässlich einer vorübergehenden beruflich veranlassten Auswärtstätigkeit entstanden sind.
Die steuerfreie Erstattung der Kosten setzt allerdings voraus, dass keine grobe Fahrlässigkeit des Arbeitnehmers vorliegt.

Unfallkosten bei Fahrten zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte

Die Kosten eines Unfalls anlässlich einer Fahrt zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte kann der Arbeitgeber dagegen nicht steuerfrei ersetzen.
Die Unfallkosten werden wie der Ersatz der Fahrtkosten behandelt. Dieser gehört zum steuerpflichtigen Arbeitslohn. Da Unfallkosten auf dem Weg zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte neben der Entfernungspauschale nach § 9 Abs. 1 Satz 1 EStG als Werbungskosten berücksichtigt werden, kommt eine Pauschalierung der Lohnsteuer mit 15 % für eine etwaige Erstattung des Arbeitgebers nicht in Betracht. Die Pauschalbesteuerung ist nämlich nur für Beträge zulässig, die der Arbeitnehmer nach § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG oder nach § 9 Abs. 2 EStG als Werbungskosten geltend machen könnte. Die Übernahme der Unfallkosten durch den Arbeitgeber ist daher auch beitragspflichtig in der Sozialversicherung.

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