Reisekostenreform 2014: Welche Änderungen sind zu beachten?

Nach einem langen politischen Verhandlungsprozess hat am 01. Februar 2013 auch der Bundesrat dem “Gesetz zur Vereinfachung der Unternehmensbesteuerung und des steuerlichen Reisekostenrechts” zugestimmt. Somit tritt die Reisekostenreform zum 01.01.2014 in Kraft.Die wichtigsten Änderungen zeigen wir Ihnen in diesem Beitrag auf.

Folgende Neuerungen sind bei den Reisekostenabrechnungen ab 2014 zu beachten:

  • Nur noch zwei statt drei Verpflegungspauschalen
  • Nur noch eine erste Tätigkeitsstätte
  • Änderungen bei den Unterkunftskosten und der doppelten Haushaltsführung

Zweistufige statt dreistufige Staffelung der Verpflegungspauschalen

Bei einer Abwesenheitsdauer von mindestens 8 Stunden gilt ab 2014 eine Pauschale in Höhe von 12 €. Folgende Darstellung veranschaulicht die Regelungen 2014 im Vergleich zu 2013:

Abwesenheit ab 8 Std. ab 14 Std. ab 24 Std.
Pauschale 2013 6,00 € 12,00 € 24,00 €
Pauschale 2014 12,00 € 0,00 € 24,00 €

Von der neuen Lohnabrechnung profitieren vor allem die Mitarbeiter, die viele Kurzreisen zu bewältigen haben. Diese erhalten dann bereits ab einer Abwesenheit von 8 Stunden die doppelte Pauschale im Vergleich zu 2013. Für An- und Abreisetage erhalten die Angestellten dann die höhere Pauschale von 12 Euro.

Nur noch eine erste Tätigkeitsstätte bei den Reisekostenabrechnungen

Der Begriff regelmäßige Arbeitsstätte wird durch den Begriff der ersten Tätigkeitsstätte ersetzt. Diese wird vom Arbeitgeber oder vom Finanzamt festgelegt, im Zweifel anhand von quantitativen Kriterien wie der Häufigkeit der Anwesenheit.

Somit unterliegt nur die Strecke zum ersten Tätigkeitsort der Pendlerpauschale (einfache Strecke). Arbeitnehmer, die an verschiedenen Einsatzorten tätig sind, können die weiteren Fahrten dann mit der Kilometerpauschale ansetzen (gesamte Strecke).

Die neue erste Tätigkeitsstätte hat auch Auswirkung auf die Besteuerung des geldwerten Vorteils des Firmenwagens. Besteuert werden muss dann nur noch die einfache Fahrt zur ersten Tätigkeitsstätte. Die anderen Fahrten gelten als Geschäftsfahrten und müssen nicht versteuert werden.

Änderungen bei den Unterkunftskosten und der doppelten Haushaltsführung:

Bei längeren beruflich veranlassten Auswärtstätigkeiten an einer Tätigkeitsstätte, die nicht die erste Tätigkeitsstätte ist, sind die Übernachtungskosten wie Hotelkosten oder Mietkosten für vier Jahre unbeschränkt als Werbungskosten abziehbar. Danach können diese nur noch im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung berücksichtigt werden.

Zukünftig können die tatsächlichen Kosten der Unterkunft bei einer doppelten Haushaltsführung bis zu einem Höchstbetrag von 1.000 Euro im Monat vom Arbeitnehmer angesetzt werden. Dies gilt unabhängig von der Wohnungsgröße.

Um Reisekosten korrekt in der Lohnabrechnung abzubilden, können Sie sich an einen professionellen Dienstleister wie dem Lohnbüro lohndirekt  wenden.

 Fazit:

Bereiten Sie Ihr Unternehmen auf die Neuerungen vor und informieren Sie die Mitarbeiter rechtzeitig. Die Reisekostenreform zum 1.1.2014 ist sowohl für den Mitarbeiter als auch für die Arbeitgeber vorteilhafter. Aus Arbeitnehmersicht können höhere Rückerstattungen erwartet werden. Entweder können diese am Jahresende steuerlich berücksichtig werden oder der Arbeitgeber übernimmt die Erstattung per Reisekostenabrechnung. Die Lohnabrechnung wird künftig hinsichtlich der Reisekosten einfacher zu berechnen, da klarere gesetzliche Rahmenbedingungen vorliegen.

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