Geschenke im Rahmen von Betriebsveranstaltungen

Betriebsveranstaltung | Weihnachtsgeschenke | Praxisfälle

WeihnachtsgeschenkDie Vorbereitungen für die Weihnachtsfeiern sind bei den meisten Unternehmen bereits in vollem Gange. Damit laden sie zu einer „Veranstaltun[g] auf betrieblicher Ebene mit gesellschaftlichem Charakter“, wie es im BMF-Schreiben vom 14.10.2015 (IV C 5 – S 2332/15/10001) zu lesen ist, ein.

Allerdings liegt nur dann eine Betriebsveranstaltung vor, wenn der Teilnehmerkreis sich überwiegend aus Betriebsangehörigen, deren Begleitpersonen und ggf. Leiharbeitnehmern oder Arbeitnehmern anderer Unternehmen im Konzernverbund zusammensetzt.

Wie sieht es dabei mit den Aufwendungen für Geschenke aus?

Geschenke als Zuwendung im Rahmen von Betriebsveranstaltungen

Geschenke von geringem Wert, die anlässlich der Betriebsveranstaltung überreicht werden, zählen ebenfalls zu den Zuwendungen im Rahmen von Betriebsveranstaltungen. Voraussetzung für die Einbeziehung von Geschenken in die für Betriebsveranstaltungen geltende steuerfreie Obergrenze ist, dass die Sachzuwendung anlässlich der Betriebsveranstaltung erfolgt.

Allgemein gilt, dass Sachgeschenke, die der Arbeitgeber bei einer Betriebsveranstaltung an seine Belegschaft verteilt, bis zu einem Wert von 60,00 Euro inkl. Umsatzsteuer in die Prüfung für die 110-Euro-Freibetragsgrenze einbezogen werden. Sofern der Wert der Sachgeschenke über 60,00 Euro liegt, sind diese lt. R 19.5 Abs. 6 LStR stets lohnsteuerpflichtig zu behandeln. Für den Arbeitgeber besteht hier ein Wahlrecht der Pauschalierung nach § 40 Abs. 1 Nr. 2 EStG in Höhe von 25 % der Lohnsteuer. Damit blieben Geschenke für den Arbeitnehmer steuer- und sozialversicherungsfrei.

Praxisbeispiel:

Eine Firma lädt zu einer Weihnachtsfeier ein, deren Kosten sich pro Arbeitnehmer auf 95,00 Euro belaufen. Darüber hinaus erhält jeder Arbeitnehmer im Rahmen der Feier ein Geschenk im Wert von 35,00 Euro. 110,00 Euro sind steuerfrei – damit sind also pro Arbeitnehmer 20,00 Euro steuer- und sozialversicherungspflichtig, wenn der Arbeitgeber diese individuell als Arbeitslohn versteuert. Der Arbeitgeber hat die Möglichkeit, im Rahmen seines Wahlrechts die Lohnsteuer mit 25 % zu pauschalieren. Dadurch tritt für die Arbeitnehmer Sozialversicherungsfreiheit in der Sozialversicherung ein.

Aufwendungen für Geschenke zählen auch bei nachträglicher Geschenkübergabe an Arbeitnehmer, die aus betrieblichen oder persönlichen Gründen am Tag der Betriebsveranstaltung verhindert waren, zu den zu berücksichtigenden Aufwendungen. Barzuwendungen dagegen stellen immer steuerpflichtigen Arbeitslohn dar. Daneben entfällt bei den Geschenken die bisher in den Richtlinien gewährte Wertgrenze von 60 Euro.

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