Fahrten zwischen Wohnung und Ausbildungsstätte

FG-Urteil von 04.01.2012 | Reisekosten | von Claudia Auernhammer

Fahrten zwischen Wohnung und Ausbildungsstätte

In mehreren Urteilen wurde entschieden, dass die Fahrten eines Arbeitnehmers zwischen seiner Wohnung und einer außerbetrieblichen Ausbildungsstätte als Reisekosten bei einer Auswärtstätigkeit anzusehen sind. Die Ausbildungsstätte wird im Regelfall nicht zur regelmäßigen Arbeitsstätte.

Den Urteilen lagen typische berufliche Weiterbildungen in der Freizeit des Arbeitnehmers zu Grunde. Ein Mitarbeiter, der betrieblich im Rechnungswesen eingesetzt war, nahm in den Abendstunden und am Samstag an einer beruflichen Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter teil. Obwohl die Ausbildung sich über mehrere Jahre hingezogen hatte, wurde die Weiterbildungseinrichtung nicht zur regelmäßigen Arbeitsstätte.

Anders hat das FG Niedersachsen am 04.01.2012 entschieden:  Eine Ausbildungsstätte kann zur regelmäßigen Arbeitsstätte werden, wenn es sich um eine Vollzeitausbildung handelt, die die Arbeitskraft des Mitarbeiters fast vollständig in Anspruch nimmt.  Ein weiteres Merkmal dieses Urteils war, dass der Mitarbeiter neben der Ausbildung nur geringe Einnahmen aus einer weiteren Tätigkeit hatte.

FG Niedersachen vom 04.01.2012, 4 K 211/11.

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