Doppelte Haushaltsführung

Doppelte Haushaltsführung | Wegzug der Familie | Claudia Auernhammer

Playroom interior.

Inzwischen ist es keine Seltenheit mehr, dass Berufstätige zwischen ihrem Arbeitsort und am Wochenende zum Erstwohnsitz pendeln. Immer mehr Personen sind aus beruflichen Gründen zu einer doppelten Haushaltsführung verpflichtet. Die Mehrkosten für beide Haushalte sind unbestritten. Interessant ist jedoch: Wie kann das Finanzamt an diesen Mehrkosten beteiligt werden?

Grundsätzlich ist der Gedanke, dass eine doppelte Haushaltsführung nur dann entstehen kann, wenn der Arbeitnehmer die gemeinsame Familienwohnung aus beruflichen Gründen verlässt. Aufgrund neuer Rechtsprechung kann sich eine berufliche doppelte Haushaltsführung aber auch dann begründen, wenn die Familie wegzieht und der Arbeitnehmer am bisherigen Wohnort verbleibt. Durch den Wegzug der Familie wird die bisherige Familienwohnung zum Zweitwohnsitz. Lange war umstritten, ob diese Konstellation eine doppelte Haushaltsführung begründen kann. Die Finanzgerichte haben bestätigt, dass der Wegzug eine doppelte Haushaltsführung veranlassen kann.

Für die Wegzugfälle hat das Finanzgericht Düsseldorf (Az.: 15 K 318/12 E) geurteilt, dass für die ersten drei Monate am alten Wohnort eine steuerfreie Verpflegungspauschale von bis zu 24 Euro am Tag absetzbar sind.

Grundsätzlich stellt sich die Frage, ob ein Single ebenfalls eine doppelte Haushaltsführung haben kann. Ein doppelter Haushalt wird nur dann steuerlich anerkannt, wenn der zweite Hausstand ausschließlich aus beruflichen Gründen erfolgt. Der Lebensmittelpunkt der Beschäftigten muss an einem anderen Ort sein. Wobei Lebensmittelpunkt nicht allein auf den Begriff eines Familienverbundes abstellt. Ein Engagement in Sport- oder Kulturvereinen kann einen Lebensmittelpunkt darstellen. Eine separate Wohnung im Haus der Eltern wird den eigenen Hausstand unterstreichen.

Das neue Reisekostenrecht ab 01.01.2014 sieht auch im Bereich der doppelten Haushaltsführung einige Änderungen vor. Ab Januar 2014 sind maximal 1.000 Euro je Monat für Mietkosten absetzbar.

Schreibe einen Kommentar