Doppelte Haushaltsführung mit Wohnung im Haus der Eltern

Doppelte Haushaltsführung | Hausstand | Christian Ziesel
Haushaltswaren auf Regal an WandFür eine doppelte Haushaltsführung, die steuerlich geltend gemacht werden kann, reicht eine Wohnung im elterlichen Haus und die zweite Wohnung am Beschäftigungsort laut BFH nicht aus: Das volljährige, erwerbstätige Kind muss zudem nachweisen, dass die Wohnung im Haus der Eltern mehr als eine „Gästeunterkunft“ ist.


In dem zugrunde liegenden Fall nutzte die Klägerin 2008 eine Wohnung im Haus ihrer Eltern, die auch über Küche und Bad verfügte. Sie hatte dort ihren Hauptwohnsitz angemeldet. Am Beschäftigungsort nahm sich die junge Frau eine Zweizimmerwohnung. Für 2008 machte sie die doppelte Haushaltsführung steuerlich ‒ erfolglos ‒ geltend.

Der BFH bestätigt mit seinem Urteil vom 10.04.2014 (VI R 79/13, NV; veröffentlicht am 23.07.2014) erneut die Vorgehensweise der Finanzbehörde:

  • Es liegt erst dann eine doppelte Haushaltsführung (§ 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 Satz 2 EStG) vor, wenn der Arbeitnehmer außerhalb des Orts, in dem er einen eigenen Hausstand unterhält, beschäftigt ist und auch am Beschäftigungsort wohnt.
  • Als „Hausstand“ gilt dabei nur der Haushalt, den der Arbeitnehmer am Lebensmittelpunkt führt, d.h. sein Erst- oder Haupthaushalt. Bei einem alleinstehenden Arbeitnehmer ist entscheidend, dass er sich in dem Haushalt, im Wesentlichen nur unterbrochen durch die arbeits- und urlaubsbedingte Abwesenheit, aufhält.
  • „Hausstand“ bedeutet zudem, dass der Arbeitnehmer die Haushaltsführung zumindest mitbestimmt und dass er nicht in einen fremden Haushalt – z. B. in den der Eltern – nur eingegliedert ist.
  • Unerheblich ist dagegen, ob der Hausstand im Haus der Eltern gelegen ist oder nicht.

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