Die Sache mit der Einrichtung einer Zweitwohnung

Doppelte Haushaltsführung | Unterkunftskosten | Werbungskostenabzug

Das Finanzgericht Düsseldorf hat sich in einem Urteil vom 14.03.2017 (Az. 13 K 1216/16 E) mit den Kosten für die Wohnungseinrichtung einer Zweitwohnung beschäftigt.

Es hatte zu klären, ob die Kosten für die nötige Einrichtung im Rahmen einer beruflich veranlassten doppelten Haushaltsführung zu den abzugsfähigen Unterkunftskosten zählen oder nicht.

Zum Urteil

Im Streitfall unterhielt der Kläger neben einem eigenen Hausstand (Lebensmittelpunkt) eine Zweitwohnung am Ort seiner ersten Tätigkeitsstätte. Die Aufwendungen für Möbel und Einrichtungsgegenstände machte er neben der Miete in seiner Einkommensteuererklärung als notwendige Mehraufwendungen für eine beruflich veranlasste doppelte Haushaltsführung geltend. Das Finanzamt berücksichtigte diese Aufwendungen allerdings nur i. H. v. 1.000 Euro pro Monat. Dagegen klagte der Kläger, der der Auffassung war, dass die Aufwendungen für die Einrichtung der Zweitwohnung unbeschränkt abzugsfähig seien – denn sie würden keine Unterkunftskosten darstellen.

Hintergrund

Wenn die Zweitwohnung beruflich veranlasst ist, können die Aufwendungen für die doppelte Haushaltsführung als Werbungskosten geltend gemacht werden. Absetzbar sind dabei die Kosten für Miete zzgl. Nebenkosten, Rundfunkgebühren oder die Miete für den Kfz-Stellplatz, aber auch Aufwendungen für das Mobiliar vom Bett bis hin zur Gardine, wenn sie einen monatlichen Betrag von 1.000 EUR nicht übersteigen. Die tatsächlichen Aufwendungen für die Nutzung einer Unterkunft können nach § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 Satz 4 EStG als Unterkunftskosten für die doppelte Haushaltsführung im Inland also mit max. 1.000 Euro im Monat angesetzt werden.

Zur Urteilsbegründung

Die Düsseldorfer Finanzrichter folgten der Argumentation des Klägers: Nach dem Wortlaut des Gesetzes lässt sich keine Begrenzung des Abzugs von Aufwendungen für Einrichtungsgegenstände oder Hausrat entnehmen – auch nicht mithilfe teleologischen und historischen Erwägungen. Die Neuregelung verfolgt dabei das gesetzgeberische Ziel, nur die Kosten für die Unterkunft auf monatlich 1.000 Euro zu begrenzen; sonstige nötige Aufwendungen sind damit nicht erfasst.

Damit gilt also: Die Kosten für die nötige Einrichtung der Wohnung im Rahmen einer beruflich veranlassten doppelten Haushaltsführung gehören also laut dem Finanzgericht Düsseldorf nicht zu den Unterkunftskosten, deren Abzug auf 1.000 Euro pro Monat begrenzt ist. Damit ließ das Gericht den unbegrenzten Abzug der Kosten für die Wohnungseinrichtung zu.

Aufgrund der grundsätzlichen Bedeutung der Rechtssache wurde die Revision zum BFH (Urteil vom 04.04.2019, Az. VI R 18/17) zugelassen.

Quellen: FG Düsseldorf, Pressemitteilung vom 12.04.2017 und Urteil vom 14.03.2017 (Az. 13 K 1216/16 E)

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