1%-Regelung: Wenn die ermittelte Nutzungsentnahme 50 % der Gesamtkosten übersteigt

Privatnutzung | Listenpreis | 1%-Regelung

Der BFH hatte die Frage zu klären, ob in Fällen, in denen der Steuerpflichtige einen Gebrauchtwagen nutzt – mit einem bei der Anschaffung typischerweise deutlich unter dem Listenpreis liegenden Kaufpreis, stark reduzierten AfA und deutlich geringeren Gesamtkosten –, eine verfassungskonforme Auslegung des § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG in der ab dem Veranlagungszeitraum 2006 geltenden Fassung nötig und möglich, nach der eine Beschränkung der Nutzungsentnahme auf die tatsächlich angefallenen Kosten im Veranlagungszeitraum zu erfolgen hat, da die Typisierung durch die 1%-Regelung zu zwingend falschen Ergebnissen führt.

In ihrem am 20.08.2018 veröffentlichten Urteil haben die Bundesfinanzrichter nun entschieden, dass es verfassungsrechtlich nicht geboten ist, die nach der 1%-Regelung ermittelte Nutzungsentnahme auf 50 % der Gesamtaufwendungen für das Kfz zu begrenzen. Damit wird die Revision gegen das Urteil des FG München (Az. 6 K 2338/11) als unbegründet zurückgewiesen.

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Herzlich willkommen: Janina Lievenbrück

Reisekostenrecht | Interview | Janina Lievenbrück

Seit Juli 2018 verstärkt Frau Janina Lievenbrück unser Redaktionsteam bei www.reisekosten-blog.de. Daher wollen wir sie Ihnen gerne näher vorstellen und haben mit ihr gesprochen.

Kurz zu ihrer Person:

Janina Lievenbrück ist Steuerberaterin und Bachelor of Arts in International Business bei der WTS Steuerberatungsgesellschaft mbH in Düsseldorf. Sie ist spezialisiert auf die Beratung von Unternehmen u.a. in allgemeinen Fragen des deutschen Lohnsteuer- und Sozialversicherungsrechts, bei der Unterstützung von Lohnsteueraußenprüfungen, IKS-Projekten, Prozessbegleitungen oder Payroll und HR-Service-Management.

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Das Job-Ticket und die Erstattung von Fahrtkosten zur ersten Tätigkeitsstätte

Geldwerter Vorteil | Sachbezugsfreigrenze | monatlicher Zufluss

Wie sieht es aus, wenn der Arbeitgeber einem Arbeitnehmer den Fahrausweis für öffentliche Verkehrsmittel zu einem mit den Verkehrsbetrieben ausgehandelten Preis überlässt?

Nicht nur der geldwerte Vorteil, sondern auch die Regelungen zum Vorsteuerabzug sind hier zu beachten.

Wenn der Arbeitgeber seinen Arbeitnehmern die Aufwendungen für die Fahrten zwischen Wohnung und Tätigkeitsstätte erstattet, kann er dies grundsätzlich nur steuer- und sozialversicherungspflichtig abrechnen – und zwar unabhängig davon, ob die Aufwendungen für die Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln oder von einem privaten Fahrzeug des Arbeitnehmers erfolgen.

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Praxistipp: Fuhrparkmanagement leicht gemacht

Fuhrpark | Fahrtenbuch | Produktempfehlung

Für die professionelle Planung und zeitsparende Organisation und Verwaltung Ihres Fuhrparks gibt es jetzt alle wichtigen Vorlagen zusammengefasst in der neuen „Dokumentenmappe: Fuhrparkmanagement“.

  • Vom Fahrtenbuch oder Leasing bis hin zum Schadensmanagement oder zur E-Mobilität
  • Verständliche Zusammenfassung aller rechtlichen Anforderungen
  • Für den sofortigen Einsatz in der Praxis
  • Mit (editierbaren) Vorlagen für die direkte Bearbeitung

Hier geht es zu unserem Online-Shop mit weiteren Informationen.

BMF-Schreiben vom 04.04.2018 (II): Fahrten zwischen Wohnung & erster Tätigkeitsstätte

Dienstwagen | Nutzungswert | Einzelbewertung

Nachdem in Teil 1 das Allgemeine und die Anwendungsregelungen geklärt worden sind, folgen im heutigen Teil 2 zum neuen BMF-Schreiben vom 04.04.2018 die Regelungen zu den Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte.

Hier werden Fragen vom pauschalen Nutzungswert über die 0,03%-Regelung und zur Einzelbewertung bis hin zum Lohnsteuer- und Einkommensteuerabzugsverfahren geklärt.

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BMF-Schreiben klärt Zweifelsfragen zur lohnsteuerlichen Behandlung von Dienstwagen

Überlassung | Nutzungswertmethode | BMF-Schreiben

Ein neues BMF-Schreiben vom 04.04.2018, das am 11.04.2018 veröffentlicht worden ist, klärt zahlreiche Zweifelsfälle zur lohnsteuerlichen Behandlung der Überlassung eines Dienstfahrzeugs an Arbeitnehmer (IV C 5 – S 2334/18/10001): Von der pauschalen und der individuellen Nutzungswertmethode bis hin zu Zuzahlungen des Arbeitnehmers.

Dabei werden aber auch bisherige BMF-Schreiben ersetzt. Welche das sind, erfahren Sie im heutigen Beitrag.

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Verschiedene Ansätze: Pauschal oder doch tatsächliche Kosten?

1%-Regelung | Fahrtenbuchmethode | geldwerter Vorteil

Wenn der Arbeitgeber einem Arbeitnehmer einen Dienstwagen zur Verfügung stellt, damit dieser rein beruflich veranlasste Fahrten  unternehmen kann, liegt kein steuerpflichtiger Arbeitslohn vor. Es darf aber auch keine Erstattung von Fahrtkosten erfolgen – schließlich hat der Arbeitnehmer durch die Dienstwagengestellung keine eigenen Aufwendungen für die betrieblichen Fahrten.

Wenn der Arbeitnehmer mit Zustimmung des Arbeitgebers einen Dienstwagen auch für private Zwecke nutzen darf, liegt gem. § 8 Abs. 1 EStG eine steuerpflichtige Einnahme für ihn in Form eines geldwerten Vorteils vor. Dieser geldwerte Vorteil ist in seiner Gehaltsabrechnung sowohl der Lohnsteuer als auch der Sozialversicherung zu unterwerfen. Weiterlesen

Dienstwagen für Ehegatten mit Minijob als Betriebsausgaben abzugsfähig?

1%-Regelung | Privatnutzung | Barlohnumwandlung

Im Urteil vom 27.09.2017 (3 K 2547/16), das am 15.03.2018 veröffentlicht worden ist, hat das Finanzgericht Köln darüber entschieden, wie es mit den Kosten für einen Dienstwagen aussieht, wenn dieser dem Ehegatten im Rahmen eines geringfügigen Beschäftigungsverhältnisses überlassen wird.

Wie sieht es hier mit dem geldwerten Vorteil bzw. mit der Abzugsfähigkeit der Kosten als Betriebsausgaben aus? Und ist es angemessen, dem Ehegatten einen Dienstwagen zu stellen, der auch privat genutzt werden darf?

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Importfahrzeug: Was ist zu tun, wenn kein inländischer Bruttolistenpreis existiert?

1%-Regelung | Privatnutzung | inländischer Bruttolistenpreis

Im Urteil vom 09.11.2017 (7 K 1007/17 E), das am 07.03.2018 veröffentlicht worden ist, hat der BFH nun über die Bemessungsgrundlage für die 1%-Regelung bei Nutzung eines ausländischen Kraftfahrzeugs, für das es keinen inländischen Bruttolistenpreis gibt, entschieden (vgl. Beitrag: 1%-Regelung bei Nutzung eines ausländischen Kfz).

Was ist nun zu tun bei einem ausländischen Firmenwagen ohne Listenpreis?

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Regelmäßige Arbeitsstätte bei den Stadtbetrieben

Tätigkeitsstätte | Auswärtstätigkeit | BFH-Urteil

Zum Ende des Jahres veröffentlichte der BFH am 20.12.2017 ein weiteres Urteil zur regelmäßigen Arbeitsstätte, das seit 2016 anhängig war – diesmal betraf es einen Klärwärter der Stadtbetriebe. Hier klärten die Bundesfinanzrichter die Frage, ob bei einem Klärwärter der Stadtbetriebe, der grds. arbeitstäglich das Zentralklärwerk anfährt, auch wenn er großteils die Pumpwerke im Stadtgebiet wartet und instandsetzt, das Zentralklärwerk seine regelmäßige Arbeitsstätte darstellt oder nicht.

Damit stellt sich auch hier wieder die Frage nach dem qualitativen und quantitativen Schwerpunkt der Arbeitsleistung.

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