BMF-Fazit zur Reisekostenreform 2014

Reisekostenreform 2014 | Fazit und Ausblick | BMF-Monatsbericht März 2014

Reisender

Vor knapp 90 Tagen ist die Reform des steuerlichen Reisekostenrechts in Kraft getreten. Ein Anlass, ein erstes Fazit zu ziehen. Dies hat das Bundesfinanzministerium in seinem Monatsbericht März 2014 vom 25.03.2014 getan.

Lesen Sie in unserem heutigen Beitrag, welches Fazit das BMF aus der Reform zieht und und inwieweit die geplanten Ziele der Vereinfachung und Entbürokratisierung erreicht worden sind. 

 
Fazit und Ausblick zur Reisekostenreform 2014

Die gesetzliche Definition der neuen „ersten Tätigkeitsstätte“ ist der Dreh- und Angelpunkt der Reform des steuerlichen Reisekostenrechts. Zum Ersten wird bereits durch die Entscheidung, je Arbeitsverhältnis höchstens noch von einer „ersten Tätigkeitsstätte“ auszugehen, ein Großteil der Streitfälle mit mehreren beruflichen Tätigkeitsstätten gelöst. Zum Zweiten haben Arbeitgeber und Arbeitnehmer durch die nun maßgebliche dienst-/arbeitsrechtliche Festlegung der „ersten Tätigkeitsstätte“ eine starke Selbstbestimmtheit und Verantwortung erlangt. Aber auch die erstmalige gesetzliche Beschreibung des Begriffs „dauerhaft“ sowie die Auffangregelung (einschließlich Meistbegünstigungsregelung) für all diejenigen, die diese selbstbestimmte dienst-/arbeitsrechtliche Bestimmung der „ersten Tätigkeitsstätte“ scheuen oder sie versäumt haben, sind ganz wichtige Punkte. Für das Gros der Fälle wird sich bereits über das Merkmal der Dauerhaftigkeit oder die neuen quantitativen Kriterien die Frage, ob eine „erste Tätigkeitsstätte“ vorliegt oder nicht, einfach und schnell klären lassen.

Darüber hinaus enthalten aber auch die Änderungen bei den Verpflegungspauschalen sowie der Verzicht auf die Besteuerung der vom Arbeitgeber gestellten Verpflegung anlässlich der auswärtigen Tätigkeiten und die gesetzlich angeordnete typisierte Kürzung der steuerlichen Verpflegungspauschalen ein deutliches Vereinfachungspotenzial. Entlasten diese Neuerungen im Ergebnis doch eine große Anzahl von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Finanzbeamten von vielen, im Massenverfahren Lohnsteuer mühevollen Detail- und Bewertungsfragen.

Auch wenn alle Änderungen zu Beginn für viele einen mehr oder weniger umfangreichen Umstellungsaufwand mit sich bringen, ist das steuerliche Reisekostenrecht für die Praxis doch in wesentlichen Punkten verlässlicher und leichter handhabbar geworden. Es ist zu hoffen, dass alle Betroffenen rasch mit den reformierten steuerlichen Regelungen umzugehen lernen und die eingeräumten Typisierungen und Pauschalierungen bald hinreichend schätzen werden. Im Ergebnis können Arbeitgeber und Arbeitnehmer sowie die Finanzverwaltung von dieser Reform gleichermaßen profitieren, sie müssen nur die dargebotenen Chancen auch nutzen.

Interessant bleibt, inwieweit sich über die umfangreichen Hinweise und Beispiele im Einführungsschreiben des Bundesministeriums der Finanzen zur Reform des steuerlichen Reisekostenrechts hinaus weitere Fragen ergeben und wie die Rechtsprechung zukünftig mit den neuen Regelungen umgehen wird.

Das komplette Kapitel zur „Reform des steuerlichen Reisekostenrechts“ finden Sie auf bundesfinanzministerium.de

 
Quelle: Monatsbericht des BMF März 2014

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