Begrenzung bei Übernachtungskosten seit 01.01.2014

Unterkunft | doppelte Haushaltsführung | 48-Monats-Frist | Norma Ebeling-Kapitz

Tastatur Haus rotObergrenze 1.000 Euro

Mit der Einführung der Reisekostenreform zum 01.01.2014 sind erstmalig die Übernachtungskosten im Rahmen einer Auswärtstätigkeit zeitlich begrenzt abzugsfähig. Nach Ablauf von 48 Monaten an derselben auswärtigen Tätigkeitsstätte gilt ein Höchstbetrag von maximal 1.000 Euro pro Monat, der durch den Arbeitgeber erstattungsfähig ist. Dies gilt ebenso für den Werbungskostenabzug bei einem Arbeitnehmer.

Gleiches gilt seit dem 01.01.2014 auch für Unterkunftskosten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung. Auch hier ist bereits von Beginn der doppelten Haushaltsführung an eine Obergrenze von 1.000 Euro monatlich für die Übernachtungskosten eingeführt worden.

Die Mehraufwendungen, die einem Arbeitnehmer anlässlich einer beruflich veranlassten Übernachtung an einer auswärtigen Tätigkeitsstätte entstehen, sind steuerlich abzugsfähig. Dies gilt sowohl für die Werbungskosten als auch für den steuerfreien Arbeitgeberersatz. Dabei kann der Arbeitgeber auch eine Pauschale von 20 Euro pro Übernachtung an einen Arbeitnehmer steuerfrei erstatten.

 

Längerfristige berufliche Auswärtstätigkeit

Bei einer längerfristigen beruflichen Auswärtstätigkeit an derselben auswärtigen Tätigkeitsstätte im Inland greift seit dem 01.01.2014 nach Ablauf von 48 Monaten eine Begrenzung auf maximal 1.000 Euro pro Monat für die Erstattung durch den Arbeitgeber bzw. den Abzug als Werbungskosten für die tatsächlich entstandenen Unterkunftskosten. Maßgeblich für den Beginn der 48-Monats-Frist ist der Beginn der Auswärtstätigkeit. Sofern der Beginn einer längerfristigen Auswärtstätigkeit bereits vor dem 01.01.2014 lag und in 2014 weiter fortgeführt wird, ist auch diese Auswärtstätigkeit bereits von der Begrenzung betroffen.

Praxisbeispiel: Ein Arbeitnehmer wird seit dem 01.10.2012 an vier bis fünf Tagen je Woche bei einem Kunden vor Ort eingesetzt. Der Auftrag dauert voraussichtlich bis zum 31.12.2017.

Lösung: Da es sich um einen Einsatz an derselben auswärtigen Tätigkeitsstätte handelt, ist die 48-Monats-Frist bereits für die Zeit vor dem 01.01.2014 zu beachten. Damit sind am 01.01.2014 bereits 15 Monate der 48-Monats-Frist verstrichen.

Hinweis: Für die Verpflegungsmehraufwendungen gilt unverändert die Dreimonatsfrist für die Erstattung bei Auswärtseinsätzen an derselben Tätigkeitsstätte.

Eine berufliche Tätigkeit an derselben Tätigkeitsstätte liegt nur dann vor, wenn der Arbeitnehmer an dieser auswärtigen Einsatzstelle regelmäßig mindestens an drei Tagen wöchentlich tätig wird. Somit ist die 48-Monats-Frist nicht zu prüfen, wenn die auswärtige Tätigkeitsstätte nur an ein oder zwei Tagen wöchentlich aufgesucht wird. Dann handelt es sich stets um eine neue auswärtige Tätigkeit, die jeweils neu zu betrachten ist.

 

Doppelte Haushaltsführung

Bei einer doppelten Haushaltsführung gilt ab dem 01.01.2014 ebenfalls ein Höchstbetrag sowie der Wegfall der Angemessenheitsprüfung für die Unterkunft. Dabei können Aufwendungen für eine inländische doppelte Haushaltsführung künftig bis zu maximal 1.000 Euro pro Monat steuerlich anerkannt werden. Die Aufwendungen für die Nutzung der Unterkunft sind entsprechend nachzuweisen. Eine weitergehende Prüfung der Notwendigkeit sowie der Angemessenheit der Unterkunft ist bei einer doppelten Haushaltsführung im Inland künftig nicht mehr erforderlich.

 

Abzugsfähige Unterkunftskosten im Rahmen der 1.000 Euro-Grenze

Zu den abzugsfähigen Unterkunftskosten, die in die 1.000-Euro-Höchstbetragsrechnung fallen, zählen sämtlicher entstandene Aufwendungen für Übernachtungen wie zum Beispiel:

  • Miete und Nebenkosten
  • Kosten für Reinigung und Pflege der Wohnung
  • Abschreibungen für notwendige Einrichtungsgegenstände
  • Zweitwohnungssteuer
  • Rundfunkgebühren
  • Miete oder Pachtgebühr für Kfz-Stellplätze und Garagen
  • sonstige Aufwendungen (z. B. Sondernutzung für einen Garten etc.)

Alternativ hat der Arbeitgeber auch das Wahlrecht, die notwendigen Aufwendungen für die inländische Zweitwohnung bzw. sonstige Unterkunft im Rahmen der doppelten Haushaltsführung für die ersten drei Monate in Höhe von 20 Euro pro Übernachtung und für die Folgezeit mit einem Pauschbetrag von 5 Euro pro Übernachtung steuerfrei an den Arbeitnehmer zu ersetzen.

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