Änderungen bei der doppelten Haushaltsführung ab 2014

Doppelte Haushaltsführung | Zweitwohnung | Stellplatz | Norma Ebeling-Kapitz

Änderungen bei der doppelten Haushaltsführung ab 2014

Der Gesetzgeber hat die Berücksichtigung von Aufwendung im Zusammenhang mit einer beruflich begründeten Zweitwohnung am Beschäftigungsort mit Wirkung zum 1. Januar 2014 neu geregelt. Von diesem Datum an können dann die tatsächlichen Aufwendungen für die Unterkunft angesetzt werden.

Voraussetzung für das Vorliegen einer doppelten Haushaltsführung im steuerlichen Sinne ist, dass ein Arbeitnehmer außerhalb des Orts, in dem er einen eigenen Hausstand unterhält, beschäftigt ist und auch am Beschäftigungsort wohnt. Liegen diese drei Voraussetzungen kumulativ vor, wird er in aller Regel steuerlich eine doppelte Haushaltsführung geltend machen können. Dann kann der Arbeitnehmer die notwendigen Mehraufwendungen für diese doppelte Haushaltsführung steuerlich geltend machen.

Zu diesen Mehraufwendungen können nach neuerer Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (Urteil vom 13.11.2012, siehe auch hier) beispielsweise auch die Aufwendungen für einen zusätzlich angemieteten Pkw-Stellplatz zählen. In seinem Urteil betont der BFH, dass die steuerliche Anerkennung nicht davon abhänge, dass die Verfügbarkeit eines Kraftfahrzeugs am Beschäftigungsort beruflich erforderlich ist, sondern es könne auch der Schutz des Fahrzeugs oder eine angespannte Parkplatzsituation am Beschäftigungsort für eine Anerkennung ausschlaggebend sein.

Steuerlich abzugsfähig sind auch die Kosten für eine angemessene Zweitwohnung am Ort der Beschäftigung. Was als angemessene Miete anzusehen ist, beurteilt das Finanzamt bisher anhand der ortsüblichen Miete für eine nach Lage und Ausstattung durchschnittliche 60-Quadratmeter-Wohnung am Beschäftigungsort. Ab dem 1. Januar 2014 können dann die tatsächlichen Aufwendungen für die Unterkunft ohne weitere Prüfung der Angemessenheit angesetzt werden. Jedoch hat der Gesetzgeber dann einen monatlichen Höchstbetrag von 1000,00 Euro für die steuerliche Berücksichtigung der Aufwendungen ins Gesetz aufgenommen. Nach dem Willen des Gesetzgebers sollen dann unter die 1000-Euro-Grenze neben der Miete für die Zweitwohnung auch die Betriebskosten sowie Mietgebühren für einen zusätzlich angemieteten Kfz-Stellplatz fallen. Vorteil der Neuregelung ist jedoch, dass die Berechnung einer angemessenen Vergleichsmiete künftig entfällt.

Neu ist auch, dass es für eine doppelte Haushaltsführung nicht mehr alleine ausreicht, eine Wohnung zu bewohnen und diese als eigenen Hausstand anzugeben. Vielmehr muss eine angemessene finanzielle Beteiligung an den Kosten für die Haushaltsführung nachgewiesen werden. Wenn ein Arbeitnehmer kostenlos im Elternhaus wohnt und dies als eigenen Hausstand am bisherigen Lebensmittelpunkt deklariert, dürfte gegenüber dem Finanzamt in Erklärungsnot geraten. Hierzu ergibt sich auch keine abweichende Beurteilung, wenn es sich um eine abgeschlossene Wohnung im Hause der Eltern handelt. Damit haben auch künftig gerade jüngere Arbeitnehmer das Problem, einen eigenen Hausstand am Lebensmittelpunkt nachzuweisen. Für verheiratete Arbeitnehmer ergibt sich diese Problem nicht, da das Finanzamt hier annimmt, dass ein eigener Hausstand am Lebensmittelpunkt der Familie vorliegt.

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