Vorsicht bei Besprechungen mit Weinbewirtung

Betriebsausgaben | Weinbewirtung | Norma Ebeling-Kapitz

WeinbewirtungWenn bei Besprechungen in Geschäftsräumen Alkohol an Kunden oder Geschäftspartner ausgeschenkt wird, gilt es bei der Abrechnung aufzupassen. Denn das Finanzgericht Münster hat mit seinem Urteil vom 28.11.2014 (14 K 2477/12 E, U) den vollen Betriebsausgabenabzug für die Bewirtung von Kunden im eigenen Unternehmen mit Wein abgelehnt.

Vielmehr sahen die Richter hier lediglich eine normale Bewirtung von Geschäftspartnern, die nur zu 70 % als Betriebsausgaben abzugsfähig ist.

Die Richter des FG Münster stellten klar, dass bei Besprechungen in den eigenen Büroräumen des Unternehmers ausschließlich sog. Aufmerksamkeiten wie Kaffee und Kekse als übliche Gesten der Höflichkeit in voller Höhe als Betriebsausgaben verbucht werden dürfen. Das Ausschenken von Wein im Rahmen von betrieblichen Besprechungen gehört dagegen nicht zu dazu. Stattdessen befinde man sich hier vielmehr im Bereich der geschäftlich veranlassten Bewirtungsaufwendungen und damit bei den nicht abzugsfähigen Betriebsausgaben gem. § 5 Abs. 4 EStG. Damit sind die Aufwendungen nur zu 70 % als Betriebsausgaben abzugsfähig. Der Wert des Weines spielte dabei keine Rolle.

Auch die Aufzeichnungspflichten sind zu beachten: Der Unternehmer muss gem. § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 Satz 2 EStG Aufzeichnungen zum Datum und Anlass und zu den Teilnehmern der Bewirtung in seinen eigenen Räumlichkeiten anfertigen, um überhaupt einen steuerlichen Abzug erlangen zu können. Des Weiteren müssen die Kosten für den ausgeschenkten Wein getrennt von den übrigen Betriebsausgaben verbucht werden (§ 4 Abs. 7 EStG). Werden diese Regelungen nicht beachtet, kann das Finanzamt den Betriebsausgabenabzug komplett verwehren und darüber hinaus auch den vollen Vorsteuerabzug für den Wein kippen. Daher ist hier auf eine korrekte Verbuchung und Aufzeichnung der Bewirtungen zu achten.

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