1%-Regelung: Wenn die ermittelte Nutzungsentnahme 50 % der Gesamtkosten übersteigt

Privatnutzung | Listenpreis | 1%-Regelung

Der BFH hatte die Frage zu klären, ob in Fällen, in denen der Steuerpflichtige einen Gebrauchtwagen nutzt – mit einem bei der Anschaffung typischerweise deutlich unter dem Listenpreis liegenden Kaufpreis, stark reduzierten AfA und deutlich geringeren Gesamtkosten –, eine verfassungskonforme Auslegung des § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG in der ab dem Veranlagungszeitraum 2006 geltenden Fassung nötig und möglich, nach der eine Beschränkung der Nutzungsentnahme auf die tatsächlich angefallenen Kosten im Veranlagungszeitraum zu erfolgen hat, da die Typisierung durch die 1%-Regelung zu zwingend falschen Ergebnissen führt.

In ihrem am 20.08.2018 veröffentlichten Urteil haben die Bundesfinanzrichter nun entschieden, dass es verfassungsrechtlich nicht geboten ist, die nach der 1%-Regelung ermittelte Nutzungsentnahme auf 50 % der Gesamtaufwendungen für das Kfz zu begrenzen. Damit wird die Revision gegen das Urteil des FG München (Az. 6 K 2338/11) als unbegründet zurückgewiesen.

Weiterlesen

Was ist, wenn der privat genutzte Pkw auch von der Lebensgefährtin genutzt wird?

Dienstwagenbesteuerung | Privatnutzung | Anscheinsbeweis

Das Finanzgericht Münster hatte aktuell über eine Frage zur privaten Nutzung eines betrieblichen Pkw zu entscheiden: Konkret ging es um den etwas sperrig klingenden Begriff der “ Erschütterung des Anscheinsbeweises“ durch einen im Privatvermögen gehaltenen Pkw, den auch die Lebensgefährtin nutzt (7 K 3919/14 E).

Wie lässt sich also der Beweis des ersten Anscheins erschüttern, dass dienstliche Fahrzeuge eben wirklich nicht privat genutzt worden sind?

Weiterlesen

Fahrtenbuch: Zuzahlung des Arbeitnehmers steuerlich zu berücksichtigen

Dienstwagenbesteuerung | Fahrtenbuch | Zuzahlungen

Wie sieht es im Hinblick auf Zuzahlungen des Arbeitnehmers zu den vom Arbeitgeber getragenen Leasingraten, die der Arbeitgeber bei Anwendung der 1%-Regelung im laufenden Jahr mindernd angesetzt hatte, aus: Sind diese im Rahmen der Einkommensteuererklärung bei der Versteuerung nach der Fahrtenbuchmethode mindernd zu berücksichtigen oder nicht?

Diese Frage klärte der BFH in seinem Urteil vom 15.02.2017 (VI R 50/15), das am 05.07.2017 veröffentlicht worden ist. Die Feststellung der Ordnungsmäßigkeit eines Fahrtenbuchs spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Weiterlesen

Welche formalen Anforderungen werden an ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch gestellt?

Dienstwagenbesteuerung | Fahrtenbuch | Einzelnachweis-Methode

Das ordnungsgemäße Führen eines Fahrtenbuchs zum Nachweis der beruflichen Nutzung eines Firmenwagens ist immer risikobehaftet. Denn wenn ein Fahrtenbuch in einer steuerlichen Außenprüfung als nicht ordnungsgemäß verworfen wird, wird dementsprechend die Versteuerung nach der pauschalen 1%-Methode vorgenommen.

Zwar ist der Begriff des ordnungsgemäßen Fahrtenbuchs gesetzlich nicht näher bestimmt. Allerdings lassen sich die formalen Anforderungen aus der strengen Rechtsprechung des BFH ableiten.

Weiterlesen

Nachträglich angefordertes Fahrtenbuch: Änderungsmöglichkeit der Steuerbescheide

Fahrtenbuch | Privatnutzung | Steuerbescheid

Fahrtkosten PKWDürfen angefochtene Steuerbescheide nach § 173 Abs. 1 Nr. 1 AO aufgrund gewinnerhöhender Nutzungsentnahmen wegen der Privatnutzung eines Pkw geändert werden? Und welche Rolle spielen dabei nicht ordnungsgemäß geführte Fahrtenbücher in der Beweisführung?

Dieser Frage ging das Finanzgericht Münster im Urteil vom 20.01.2016 (11 K 2168/14 E,G) nach, das am 01.04.2016 veröffentlicht worden ist.

Weiterlesen

Zurechnung eines vom Arbeitgeber geleasten PKW beim Arbeitnehmer

Dienstwagen | Fahrtenbuch | BFH-Urteil

FahrtenbuchDer BFH hat gestern seine Entscheidung vom 18.12.2014 (VI R 75/13) veröffentlicht: In dieser stellte er klar, dass es an einer zu bewertenden Überlassung eines Betriebsfahrzeugs zu Privatfahrten durch den Arbeitgeber fehlt, wenn das Fahrzeug dem Arbeitnehmer zuzurechnen ist.

Zu den Details der Entscheidung findet sich im Urteil Folgendes: Weiterlesen

Fahrtenbuchauflage für 12 Monate bei Geschwindigkeitsüberschreitung rechtmäßig

Fahrtenbuch | Dienstwagen | Urteil
Fahrtenbuch für AutoWurde mit einem Firmenfahrzeug die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf der Autobahn um 41 km/h überschritten und wirkt der Halter bei der Ermittlung des Fahrers nicht ausreichend mit, kann ihm für die Dauer von 12 Monaten eine Fahrtenbuchauflage auferlegt werden. Das hat das Verwaltungsgericht Neustadt am 22.01.2015 in einem Eilverfahren entschieden. Weiterlesen

Fahrtenbuchmethode: Unterjähriger Wechsel unzulässig

Fahrtenbuch | FG-Urteil bestätigt | Az. IV R 35/12

Ein Fahrtenbuch, das nicht während des ganzen Kalenderjahres geführt wird, ist nicht ordnungsgemäß. Damit hat der BFH das Urteil des FG Münster vom 27.04.2012 im Revisionsverfahren bestätigt (Az. IV R 35/12, veröffentlicht am 25.06.2014).

Hintergrund:

Der Kläger, der von seinem Arbeitgeber ein Kraftfahrzeug auch zur privaten Nutzung zur Verfügung gestellt bekommen hatte, begann am 01.05.2008, für dieses Fahrzeug ein (inhaltlich ordnungsgemäßes) Fahrtenbuch zu führen. Weiterlesen

Entfernungspauschale bei Dreiecksfahrten

Entfernungspauschale | Betriebsausgabe | Fahrtenbuch | Norma Ebeling-Kapitz

Entfernungspauschale bei Dreiecksfahrten

FG Münster, Urteil vom 19.12.2012, Az. 11 K 1785/11 F, Revision beim BFH anhängig, Az. VIII R 12/13

Der 11. Senat des Finanzgerichts Münster hat mit seinem vorgenannten Urteil zur Höhe der Betriebsausgabe eines Steuerberaters für sog. Dreiecksfahrten Stellung genommen. Weiterlesen