Steuerliche Behandlung von Gutscheinen zur Bewirtung auf dem Oktoberfest

Bewirtungskosten | Oktoberfest | Norma Ebeling-Kapitz
BewirtungsaufwendungenWenn in diesem Jahr wieder das weltbekannte Oktoberfest in München seine Tore öffnet, nutzen viele Betriebe die Gelegenheit, ihre Kunden und Geschäftspartner dort zu bewirten. Aber was ist dabei steuerlich zu beachten, damit die Sause später auch als Betriebsausgabe abgesetzt werden kann und es keine Beanstandungen seitens des Finanzamtes gibt?

Zur Bewirtung in einem der Bierzelte ist es bei einer Tischreservierung erforderlich, Verzehrgutscheine zu erwerben. Diese haben einen Wert von ca. 40,00 Euro pro Kopf. Die erste Frage, die sich dabei stellt: Sind die Gutscheine als Bewirtungsaufwendungen oder als Geschenke an Kunden zu behandeln? Das ist davon abhängig, ob die Kunden oder Geschäftspartner von dem Firmeninhaber bzw. seinen Mitarbeitern begleitet werden oder ob die Kunden nur den Verzehrgutschein erhalten und dann später allein an einer Bewirtung im Festzelt teilnehmen.

Eine Bewirtung liegt vor, wenn der Inhaber oder seine Mitarbeiter die Geschäftspartner zu dem Volksfest begleiten. Dann liegt eine geschäftlich veranlasste Bewirtung vor, die zu 70 % steuerlich abzugsfähig ist. 30 % stellen eine nicht abziehbare Betriebsausgabe dar. Der Vorsteuerabzug kann jedoch beim Vorliegen einer ordnungsgemäßen Rechnung zu der Bewirtung in Höhe von 100 % vorgenommen werden. Wichtig für die Abzugsfähigkeit ist, dass die Rechnung ordnungsgemäß ausgefüllt wird und man sich alle für eine Bewirtung erforderlichen Angaben zu Zeit, Ort, Anlass und Höhe der Bewirtung vornimmt. Besonders wichtig ist auch die Angabe, welche Geschäftspartner im Einzelnen bewirtet worden sind.

In der Buchhaltung muss die Rechnung getrennt von den übrigen Betriebsausgaben aufgezeichnet werden. Das bedeutet, dass sie auf einem gesonderten Fibu-Konto zu erfassen ist. Für die Mitarbeiter, die an der Veranstaltung teilnehmen, um die Geschäftspartner zu betreuen, handelt es sich um eine Bewirtung im überwiegend betrieblichen Interesse des Arbeitgebers und stellt damit eine lohnsteuer- und sozialversicherungsfreie Zuwendung dar.

Ein Geschenk an Kunden oder Geschäftspartner liegt dann vor, wenn Sie die Verzehrgutscheine nur an die Kunden verschenken und diese nicht zu der Veranstaltung begleitet werden. Bis zu einem Nettobetrag von maximal 35,00 Euro je Gutschein handelt es sich um ein steuerlich abzugsfähiges Geschenk an Kunden. Wird diese steuerliche Freigrenze auch nur minimal überschritten, können die Kosten nicht mehr als Betriebsausgabe abgezogen werden. Bis zu einem Betrag von 44,00 Euro ist die Zuwendung an den Kunden für diesen steuerfrei. Übersteigt der Wert der Zuwendung diese Grenze, so muss der Kunde die Zuwendung in seiner Einkommensteuererklärung versteuern. Alternativ kann die einladende Firma den Wert der Zuwendung auch gemäß § 37 b EStG pauschal für den Kunden mit 30 % versteuern. Dann bleibt das Geschenk für den Kunden steuerfrei.

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