Sachbezugswert für elektronische Essensmarken?

Essensmarken | Sachbezugswert | Christian Ziesel

MahlzeitenzuschussEssensmarken aus Papier oder doch beispielsweise eine Handy-App bzw. andere vollelektronische Systeme für den arbeitstäglichen Mahlzeitenzuschuss? Für die Barzuschüsse des Arbeitgebers zu den Mahlzeiten seiner Arbeitnehmer ist es egal: Denn nach dem BMF-Schreiben vom 24.02.2016 gilt der günstige Mahlzeitenansatz mit dem Sachbezugswert für beide Varianten.

Hintergrund

Um Arbeitnehmern die Möglichkeit einer verbilligten arbeitstäglichen Mahlzeit zu bieten, kann der Arbeitgeber in Form sog. Essensmarken oder Restaurantschecks Barzuschüsse zu den Mahlzeiten an seine Arbeitnehmer ausgeben. Wenn diese von einer Gaststätte oder einer vergleichbaren Annahmestelle, die vorab bestimmt worden sind, gegen eine Mahlzeit in Zahlung genommen werden, liegt ein geldwerter Vorteil für den Arbeitnehmer vor. Damit werden solche Marken als steuer- und sozialversicherungspflichtiger Arbeitslohn behandelt und ist im Regelfall mit dem Sachbezug zu bewerten.

BMF-Schreiben vom 24.02.2016

Der Sachbezug muss in 2016 statt mit dem tatsächlichen Wert der Essensmarke nur mit 3,10 Euro täglich für ein Mittag- oder Abendessen angesetzt werden. Weitere Voraussetzungen sind, dass

  • tatsächlich eine Mahlzeit an den Arbeitnehmer abgegeben wird. Dabei werden Lebensmittel nur dann als Mahlzeit anerkannt, wenn sie zum unmittelbaren Verzehr geeignet oder zum Verbrauch während der Essenspausen gedacht sind,
  • für jede Mahlzeit nur eine Essensmarke arbeitstäglich – also ohne Krankheits- und Urlaubstage – in Zahlung genommen wird,
  • der Zuschuss in Form der Essensmarke den amtlichen Sachbezugswert einer Mittagsmahlzeit 2016 um nicht mehr als 3,10 Euro übersteigt,
  • der Zuschuss den tatsächlichen Preis der Mahlzeit nicht übersteigt und
  • die Essensmarke nicht an Mitarbeiter vergeben wird, die eine Auswärtstätigkeit ausüben, bei der die ersten drei Monate (§ 9 Abs. 4a Satz 6 und 7 EStG) noch nicht abgelaufen sind.

Zahlt der Mitarbeiter allerdings mindestens den geltenden Sachbezugswert für das Essen selbst, entsteht kein steuerpflichtiger geldwerter Vorteil.

In Papier- oder auch in elektronischer Form?

Gelten diese Regelungen auch, wenn statt Papier-Essensmarken ein elektronisches System zum Einsatz kommt – gerade vor dem Hintergrund, dass zunehmend Zuschüsse ohn Papiermarken gewährt werden, z.B. in Form einer Handy-App?

Nach seinem Schreiben vom 24.02.2015 vertritt das BMF die Auffassung, dass der Ansatz des Sachbezugswerts möglich ist, wenn

  • die oben aufgeführten Voraussetzungen erfüllt sind und
  • der Zuschuss den tatsächlichen Preis der Mahlzeit nicht übersteigt.

Dabei ist dies als Klarstellung der bisherigen Regelung zu verstehen und nicht als eine neue Voraussetzung. Außerdem weist es darauf hin, dass ein Zuschuss arbeitstäglich beansprucht werden kann.

Wie sieht es mit dem Nachweis aus?

Der Arbeitgeber ist dazu verpflichtet, die Voraussetzungen nachzuweisen. Dafür kann er entweder die vom Mitarbeiter vorgelegten Einzelbelege manuell prüfen oder ein elektronisches Verfahren nutzen.Der Arbeitgeber hat die Belege oder die Abrechnung zum Lohnkonto aufzubewahren.

Quelle: BMF-Schreiben vom 24.02.2016 – IV C 5 – S 2334/08/10006

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