Reisekostenreform 2014: Das müssen Bauarbeiter beachten

Erste Tätigkeitsstätte | Auswärtstätigkeit von Bauarbeitern | BDL-Pressemitteilung

werkzeugIn einer Pressemitteilung vom 05.02.2014 empfiehlt der Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine e.V. (BDL), die erste Tätigkeitsstätte der Bauarbeiter beim Bauunternehmen festzulegen. Dabei muss die Frage geklärt werden, ob Baustellen zur ersten Tätigkeitsstätte werden können und wann eine solche Festlegung ratsam ist.

Betriebssitz als erste Tätigkeitsstätte

Denn Baustellen sind keine betrieblichen Einrichtungen des Arbeitgebers oder eines Kunden. Damit führen sie nicht automatisch zu einer ersten Tätigkeitsstätte des Arbeitnehmers. Allerdings können Bauarbeiter mit ihrem Arbeitgeber vereinbaren, ihre erste Tätigkeitsstätte dem Betriebssitz zuzuordnen. Einzige Voraussetzung dafür ist, dass der Arbeitnehmer dort zumindest gelegentlich Hilfs- und Nebentätigkeiten – wie die Einreichung von Stundenzetteln, Krank- und Urlaubsmeldungen, Reiseabrechnungen, Baufortschrittsberichten – wahrnimmt (vgl. BMF-Schreiben vom 30.09.2013; vgl. BStBl. 2013 I S. 1279, Rz. 6).
 

Folge einer Festlegung der ersten Tätigkeitsstätte

Als Folge dieser Zuordnung durch den Arbeitgeber zum Betriebssitz sind die Arbeiten auf den Baustellen weiterhin uneingeschränkt als Auswärtstätigkeiten zu werten, sofern die Baustelle vom Arbeitgeber nicht dauerhaft zum Sammelpunkt bestimmt wurde. Damit können die täglichen Fahrten mit dem eigenen Pkw von der Wohnung zur Baustelle und zurück mit 0,30 Euro je gefahrenen Kilometer und Verpflegungspauschalen von 12 Euro täglich bei einer Abwesenheit von mehr als acht Stunden steuerfrei ersetzt oder als Werbungskosten in der Steuererklärung geltend gemacht werden.

Neu ist, dass der Arbeitgeber den Verpflegungszuschuss, den er dem Arbeitnehmer ab dem vierten Monat seiner Tätigkeit auf derselben Baustelle zahlt, pauschal mit 25 % sozialabgabenfrei versteuern kann, sofern der Preis einer Mahlzeit 60 Euro nicht übersteigt.
 

In welchen Fällen ist keine erste Tätigkeitsstätte ratsam?

Allerdings muss geklärt werden, ob bei Baustellen überhaupt eine ortsfeste Einrichtung besteht. Denn nach dem BMF zählen Baustellen zu den ortsfesten Einrichtungen, soweit die Arbeiten in bzw. an einem Gebäude verrichtet werden (z. B. von Elektrikern, Trockenbauern oder Malern). Dies gilt nicht für Tiefbauarbeiten. Zudem kommt hinzu, dass es bei Baustellen in der Regel an der notwendigen dauerhaften Zuordnung (mehr als 48 Monate) mangeln wird, wenn es sich nicht um Dauerbaustellen handelt.

In Fällen, in denen keine Langzeitbaustellen und/oder ortsfeste Einrichtungen vorliegen, kann es damit ratsam sein, keine erste Tätigkeitsstätte festzulegen. Dann sind Arbeitnehmer regelmäßig nur auswärtstätig und können damit auch für gelegentliche Fahrten zum Betrieb Reisekosten geltend machen.

Bevor Sie als Arbeitgeber also der Empfehlung des BDL nachkommen, wird empfohlen, zu prüfen, ob eine solche Regelung für Sie überhaupt notwendig ist oder ob Sie auf die Festlegung einer ersten Tätigkeitsstätte nicht eher verzichten sollten.

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