Neue Umzugspauschalen ab Juni 2020

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Das BMF-Schreiben vom 20.05.2020 (Az. IV C 5-S 2353/20/10004:001) hat neue Umzugspauschalen ab Juni 2020 veröffentlicht.

Aufwendungen, die durch einen geschäftlich oder beruflich veranlassten Wohnungswechsel entstehen, können abzugsfähige Betriebsausgaben oder Werbungskosten darstellen.

Die Umzugskosten können bis zur Höhe der Beträge als Werbungskosten abgezogen werden, die nach dem Bundesumzugskostengesetz (BUKG) als Umzugsvergütung höchstens gezahlt werden können (R 41 Abs. 2 LStR).

Was hat sich geändert?

Mit Wirkung ab 01.06.2020 ergeben sich Änderungen des BUKG. Dabei haben sich in Teilen sowohl die Bemessungsgrundlage als auch die Prozentsätze der maßgeblichen Umzugskostenpauschalen geändert. Im Einvernehmen mit den obersten Finanzbehörden der Länder gilt zur Anwendung der §§ 6–10 BUKG für Umzüge ab 01.06.2020 Folgendes:

Hinweis: Maßgeblich für die Ermittlung der Pauschalen ist der Tag vor dem Einladen des Umzugsguts.

1. Höchstbetrag nach § 9 Abs. 2 BUKG, der für die Anerkennung von Auslagen für den durch den Umzug bedingten zusätzlichen Unterricht für ein Kind des Berechtigten (§ 6 Abs. 3 Satz 2 BUKG) maßgebend ist

ab 01.06.2020 1.146 Euro

2. Pauschbetrag für sonstige Umzugsauslagen

Dieser beträgt

  • für Berechtigte (§ 10 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 BUKG) ab 01.06.2020 860 Euro,
  • für jede andere Person (Ehegatte, Lebenspartner sowie ledige Kinder, Stief- und Pflegekinder, die auch nach dem Umzug mit dem Berechtigten in häuslicher Gemeinschaft leben) (§­ 10 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 BUKG) ab 01.06.2020 573 Euro

3. Für Berechtigte, die am Tage vor dem Einladen des Umzugsguts keine Wohnung hatten oder nach dem Umzug keine eigene Wohnung eingerichtet haben

Für diese Personen gilt nach beträgt die Pauschvergütung nach §­ 10 Abs. 2 BUKG ab 01.06.2020 172 Euro.

Anwendbarkeit

Das BMF-Schreiben vom 21.09.2018 (Az. IV C 5 – S 2353/16/10005) (BStBl I S. 1027) ist auf Umzüge nicht mehr anzuwenden, bei denen der Tag vor dem Einladen des Umzugsguts nach dem 31.05.2020 liegt.

Wann gilt ein Wohnungswechsel als beruflich veranlasst?

Ein Wohnungswechsel ist beruflich veranlasst, wenn

  • durch ihn die Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte erheblich verkürzt
    • Sofern der Umzug wegen einer mindestens einstündigen Fahrzeitverkürzung beruflich veranlasst ist, scheitert der Werbungskostenabzug nicht daran, dass der Umzug auch wegen eines erwarteten Kindes und des damit zusammenhängenden größeren Raumbedarfs erfolgt (BFH, Urteil vom 23.03.2001, Az. VI R 189/97, BStBl. 2002 II, S. 56).
    • Erfolgt der Umzug aus Anlass der Eheschließung von getrennten Wohnorten in eine gemeinsame Familienwohnung, so ist die berufliche Veranlassung des Umzugs eines jeden Ehegatten gesondert zu prüfen.
    • Steht bei einem Umzug eine arbeitstägliche Fahrzeitersparnis des Arbeitnehmers von mindestens einer Stunde fest, kommt dem Umstand, dass der Umzug im Zusammenhang mit einer heiratsbedingten Gründung eines gemeinsamen Haushalts steht, grundsätzlich keine Bedeutung mehr zu (BFH, Urteil vom 23.03.2001, Az. VI R 175/99, BStBl. 2001 II, S. 585);
  • er im ganz überwiegenden betrieblichen Interesse des Arbeitgebers durchgeführt wird oder
  • er das Beziehen oder die Aufgabe der Zweitwohnung bei einer beruflich veranlassten doppelten Haushaltsführung betrifft.

Wird vom Arbeitgeber eine vorgesehene Versetzung rückgängig gemacht, sind die dem Arbeitnehmer durch die Aufgabe seiner Umzugsabsicht entstandenen vergeblichen Aufwendungen als Werbungskosten abziehbar (BFH, Urteil vom 24.05.2000, Az. VI R 17/96, BStBl. 2000 II, S. 584).

Die Umzugskosten können bis zur Höhe der Beträge als Werbungskosten abgezogen werden, die nach dem Bundesumzugskostengesetz als Umzugsvergütung höchstens gezahlt werden können (R 41 Abs. 2 LStR). Für Auslandsumzüge gilt die Auslandsumzugskostenverordnung (AUV) vom 04.05.1991 (BGBl. 1991 I S. 1072).

Quellen: Auszug aus dem Seminarskript von Christian Ziesel, Stand 02/2020: Das aktuelle Reisekosten- und Bewirtungsrecht 2020. Rechtssichere Abrechnung der Reisekosten unter Berücksichtigung aller aktuellen Änderungen) | BMF-Schreiben vom 20.05.2020 (Az. IV C 5-S 2353/20/10004:001)

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