Kürzung der Verpflegungspauschale auch bei Bewirtungen von Geschäftsfreunden etc.

Geschäftsessen | Verpflegungspauschale | Reisekostenreform 2014 | Christian Ziesel

Business lunch executives look menu restaurantDie Kürzungen der Verpflegungspauschale gelten lt. Gesetzesänderung ab 2014 ausdrücklich auch für Mahlzeiten, die im eigenbetrieblichen Interesse vom Arbeitgeber oder einem Dritten gestellt werden, insbesondere Mahlzeiten bei Geschäftsessen.

Dies bedeutet, dass z. B. bei Geschäftsessen (wenn arbeitgeberveranlasst) ebenfalls die Verpflegungspauschale gekürzt werden muss (Hinweis: nur bei einer Abwesenheit von über 8 Stunden).

Die Kürzung der Verpflegungspauschalen ist nach § 9 Abs. 4a Satz 8 EStG immer dann vorzunehmen, wenn dem Arbeitnehmer eine Mahlzeit von seinem Arbeitgeber oder auf dessen Veranlassung von einem Dritten zur Verfügung gestellt wird. Die Kürzung gilt daher auch für die Teilnahme des Arbeitnehmers an einer geschäftlich veranlassten Bewirtung i. S. d. § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 EStG oder an einem außerhalb der ersten Tätigkeitsstätte gewährten Arbeitsessen (R 19.6 Abs. 2 Satz 2 LStR), wenn der Arbeitgeber oder auf dessen Veranlassung ein Dritter die Mahlzeit zur Verfügung stellt. Es kommt nicht darauf an, ob Vorteile aus der Gestellung derartiger Mahlzeiten zum Arbeitslohn zählen.


Beispiel 1

Im Rahmen einer Besprechung besucht ein Kunde die Firma und wird durch die Arbeitnehmer zum Essen in eine Gaststätte eingeladen.

Lösung 2013: Für alle beteiligten Arbeitnehmer muss kein geldwerter Vorteil versteuert werden.

Lösung 2014: Auch hier kein geldwerter Vorteil!

Die Kürzungen gelten lt. Gesetzesänderung ab 2014 ausdrücklich auch für Mahlzeiten, die im eigenbetrieblichen Interesse vom Arbeitgeber oder einem Dritten gestellt werden, insbesondere Mahlzeiten bei Geschäftsessen, sofern der Arbeitnehmer Verpflegungsmehraufwendungen erhält. Dies ist hier allerdings nicht der Fall, da keine Auswärtstätigkeit vorliegt. Ein Sachbezug muss ebenfalls nicht versteuert werden, da auch 2014 eine Bewirtung von Geschäftsfreunden keinen steuerpflichtigen Arbeitslohn begründet.


Beispiel 2

Im Rahmen einer Auswärtstätigkeit (mehr als 8 Stunden) besucht der Arbeitnehmer einen Kunden und geht gemeinsam mit dem Kunden Mittagessen. Eine arbeitgeberveranlasste Mahlzeit liegt vor. Der Arbeitgeber zahlt und die Rechnung ist entweder auf die Firma ausgestellt oder es liegt eine Kleinbetragsrechnung bis 150 Euro brutto vor.

Lösung 2013: Für den beteiligten Arbeitnehmer muss kein geldwerter Vorteil versteuert werden.

Lösung 2014: Die Kürzungen gelten lt. Gesetzesänderung ab 2014 ausdrücklich auch für Mahlzeiten, die im eigenbetrieblichen Interesse vom Arbeitgeber oder einem Dritten gestellt werden, insbesondere Mahlzeiten bei Geschäftsessen, sofern der Arbeitnehmer Verpflegungsmehraufwendungen erhält. Da dies hier der Fall ist, muss auch bei dieser Bewirtung von Geschäftsfreunden die Verpflegungspauschale um 9,60 Euro gekürzt werden.


Beispiel 3

Im Rahmen einer Auswärtstätigkeit (mehr als 8 Stunden) besucht der Arbeitnehmer einen Kunden und geht gemeinsam mit dem Kunden Mittagessen. Allerdings bezahlt jetzt der Kunde die Rechnung und nicht der Arbeitgeber des Arbeitnehmers.

Lösung 2013: Für den beteiligten Arbeitnehmer muss kein geldwerter Vorteil versteuert werden.

Lösung 2014: Die Kürzungen gelten lt. Gesetzesänderung ab 2014 ausdrücklich auch für Mahlzeiten, die im eigenbetrieblichen Interesse vom Arbeitgeber oder einem Dritten gestellt werden, insbesondere Mahlzeiten bei Geschäftsessen, sofern der Arbeitnehmer Verpflegungsmehraufwendungen erhält. Da hier allerdings der Kunde den Arbeitnehmer einlädt, ist die Voraussetzung einer arbeitgeberseitigen Mahlzeitengestellung nicht gegeben und es muss nicht von der Verpflegungspauschale gekürzt werden.

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