Kostendeckelung bei der Versteuerung nach der 1%- bzw. 0,03%-Methode

Paxisbeispiel | 1%-Regelung | Christian Ziesel

DienstwagenbesteuerungAus der Praxis:
Der pauschale Nutzungswert, der sich nach der 1%-Regelung für die Privatfahrten sowie nach der 0,03%- bzw. 0,002%-Entfernungspauschale für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte (eventuell zusätzlich noch der Nutzungswert für Familienheimfahrten) ergibt, kann höher sein als die Gesamtkosten für das Fahrzeug.

Dies kann zum Beispiel häufig vorkommen, wenn es sich bei dem Firmenfahrzeug um einen gebrauchten PKW mit hohem Bruttolistenneupreis handelt.

In diesen Fällen ist als geldwerter Vorteil höchstens der Betrag der Gesamtkosten für den Firmenwagen der Besteuerung zugrunde zu legen. Dies muss allerdings von Ihnen nachgewiesen werden.

Beispiel:
Ein Arbeitnehmer, dem ein Firmenfahrzeug zur privaten Nutzung und für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte zur Verfügung steht, versteuert nach der 1%-Methode monatlich folgenden geldwerten Vorteil:
1 % des Listenpreises (30.000 EUR) = 300 EUR
Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte 30.000 EUR x 0,03 % x 20 km 180 EUR
steuerpflichtiger geldwerter Vorteil 480 EUR
Der Arbeitgeber weist anhand der Buchhaltung nach, dass die tatsächlichen Betriebsausgaben für den Pkw monatlich „nur“ 250 EUR betragen. Aufgrund der Kostendeckelung ist der geldwerte Vorteil für den Firmenwagen also in diesem Beispiel auf 250 EUR monatlich begrenzt.

Aber Achtung: Diese Kostendeckelung darf immer nur rückwirkend von Ihnen vorgenommen und nicht für die Zukunft verwendet werden, d.h. im Folgejahr müssen wieder den vollen 1%- bzw. 0,03%-Wert versteuern und können erst im Nachhinein wieder die Kostendeckelung rückwirkend vornehmen.

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