Kostenbeteiligungen für einen Dienstwagen

Dienstwagen | 1%-Regelung | Fahrtenbuch | Norma Ebeling-Kapitz
Dienstwagen

Kostenbeteiligungen von Arbeitnehmern für einen Dienstwagen müssen richtig vereinbart werden um steuerlich anerkannt zu werden.

Wenn ein Arbeitnehmer einen Firmenwagen bekommt und diesen auch privat nutzen darf, muss er den privaten Nutzungsvorteil versteuern. Der Wert des privaten Nutzungsvorteils ist dabei grundsätzlich für jeden Kalendermonat mit 1 Prozent des inländischen Bruttolistenneupreises im Zeitpunkt der Erstzulassung des Fahrzeugs zu ermitteln (sog. 1%-Regelung). Nutzt der Arbeitnehmer das Fahrzeug auch für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte, so müssen je Kalendermonat 0,03 Prozent des vorgenannten Listenpreises für jeden Entfernungskilometer zwischen Wohnung und Arbeitsstätte noch zusätzlich versteuert werden. Die Anwendung der 1%-Regelung ist immer dann zwingend, wenn kein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch geführt wird (§ 8 Abs. 2 Satz 2 EStG i.V. mit § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG). Werden die Kosten anhand eines Fahrtenbuchs ermittelt, so wird jeweils der auf die Privatfahrten entfallende Kostenanteil als Nutzungswert versteuert. Hinzu kommen die Aufwendungen für die Fahrten von der Wohnung zum Betrieb.

Sofern der Arbeitgeber mit seinem Arbeitnehmer eine Kostenbeteiligung des Arbeitnehmers für das Fahrzeug vereinbaren, können die eigenen Zuzahlungen des Mitarbeiters steuerlich berücksichtigt werden. Dabei ist es jedoch überaus wichtig, dass die Kostenbeteiligung des Arbeitnehmers auch richtig vereinbart werden, da ansonsten unter Umständen die Kürzung des Nutzungsanteils nicht vorgenommen werden darf.

Wenn sich der Arbeitnehmer an den Kosten für das Fahrzeug beteiligen muss, so mindert sich der geldwerte Vorteil für die private Nutzung. Die eigene Zuzahlung führt damit zu einer Kürzung des zu versteuernden Anteils für den Dienstwagen. Dies gilt jedoch nur bei pauschal vereinbarten Zuzahlungen des Arbeitnehmers.

Sofern sich der Arbeitnehmer an den Kosten des Dienstwagens beteiligen soll, ist es daher empfehlenswert, im Arbeitsvertrag ein pauschales Nutzungsentgelt für die Nutzung des Firmenwagens zu vereinbaren (z.B. in Form eineer Monats- oder Kilometerpauschale).

Wenn der Arbeitnehmer hingegen einzelne Fahrzeugkosten (z.B. Benzin für Privatfahrten, einzelne Leasingraten, Versicherung, Kosten für die Wagenwäsche o.ä.) übernehmen soll, erkennt das Finanzamt dies im Rahmen der 1%-Regelung nicht als kürzungsfähige Zuzahlung des Arbeitnehmers an. Dies hat dann zur Folge, dass der Arbeitnehmer trotz seiner Eigenbeteiligung zu den Aufwendungen für den Firmenwagen den vollen geldwerten Vorteil für die Privatnutzung versteuern muss.

Wenn der Arbeitnehmer bei der Anschaffung des Dienstwagens eine einmalige Zuzahlung leistet, weil er z. B. eine Sonderausstattung oder eine höhere Motorleistung für den Firmenwagen möchte, so kann auch diese einmalige Zuzahlung berücksichtigt werden. Einmalige Zuzahlungen mindern den geldwerten Vorteil für die Privatnutzung des Dienstwagens jeweils im Jahr der Zahlung und können ggf. auch in Folgejahre übertragen werden.

Praxistipp:

Durch die Vereinbarung einer Kostenbeteiligung der Arbeitnehmer an den Aufwendungen für ein Dienstfahrzeug kann das zu versteuernde Nutzungsentgelt für den Arbeitnehmer reduziert werden. Dabei ist es jedoch ganz wichtig, die richtige Vereinbarung für die Zuzahlung zu wählen, damit diese auch steuerlich den gewünschten Erfolg bringt.

Schreibe einen Kommentar