Geburtstagsfeier mit Kollegen: Kosten als Werbungskosten absetzbar

Bewirtungskosten | Werbekosten | berufliche Veranlassung

Birthday cakeWenn ein Geburtstag mit Arbeitskollegen gefeiert wird, können die Kosten dafür u. U. als Werbekosten abgezogen werden. Dies entschied das Finanzgericht Rheinland-Pfalz in einem (noch nicht rechtskräftigen) Urteil vom 12.11.2015 (6 K 1868/13), das am 10.12.2015 veröffentlicht worden ist.

Hintergrund

In dem Streitfall hatte ein alleiniger GmbH-Geschäftsführer anlässlich seines 60. Geburtstags ca. 70 Gäste zu einer Feier in Räumen des Unternehmens eingeladen. Dabei handelte es sich ausschließlich um Arbeitskollegen bzw. Mitarbeiter, einige Rentner und den Aufsichtsratsvorsitzenden.

Die für die Feier aufgewandten Kosten von 2.470 Euro machte der Gastgeber im Rahmen seiner Einkommensteuererklärung als Bewirtungs- bzw. Werbungskosten bei seinen Arbeitseinkünften geltend. Das zuständige Finanzamt erkannte diese Aufwendungen allerdings nicht an, woraufhin der GmbH-Geschäftsführer Klage einreichte.

Zum Urteil

Das Finanzgericht Rheinland-Pfalz gab ihm hier Recht: Die Bewirtungskosten könnten aufgrund der beruflichen Veranlassung der Geburtstagsfeier durchaus als Werbungskosten abgezogen werden, wenn ausschließlich Arbeitskollegen auf der Gästeliste stehen – auch wenn es sich bei einem Geburtstag an sich um ein privates Ereignis handelt. Dies war hier der Fall, da der Kläger keine privaten Freunde oder Verwandten eingeladen hatte. Der Personenkreis stammte ausschließlich aus seinem beruflichen Umfeld.

Außerdem fand die Feier in der Werkstatthalle und damit in den Räumen des Arbeitgebers – z. T. sogar während der Arbeitszeit – statt. Auch was den Kostenaufwand angeht – pro Person fielen 35 Euro an –, liege der Gastgeber deutlich unter dem Betrag, den er für eine Feier im privaten Kreis ausgegeben habe. Damit sei bei der gebotenen Gesamtwürdigung von beruflich veranlassten Aufwendungen auszugehen.

Da das Finanzgericht ein Rechtsmittel nicht zugelassen hat, bleibt abzuwarten, ob das Finanzamt die Möglichkeit einer sog. Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesfinanzhof wahrnehmen wird.

Quelle: Pressemitteilung des FG Rheinland-Pfalz vom 12.11.2015

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