Freiflüge oder verbilligte Flüge: Regelungen für 2016 bis 2018

Freiflüge | geldwerter Vorteil | Ländererlass

FlugreiseWissen Sie, wie Sie Freiflüge oder verbilligte Flüge, die Fluggesellschaften gewähren, steuerlich bewerten müssen? Die obersten Finanzbehörden der Länder haben in gleichlautenden Erlassen die steuerliche Behandlung der zum Arbeitslohn gehörenden Vorteile aus diesen Flügen für die Jahre 2016–2018 geregelt.

Nach Ansicht der Finanzverwaltungen gelten die Grundsätze dabei für alle Arbeitgeber, egal ob Luftfahrtunternehmer oder nicht.

Grundsätze aus dem Ländererlass

1. Wenn Luftfahrtunternehmen ihren Arbeitnehmern Frei- oder verbilligte Flüge, die unter gleichen Beförderungsbedingungen auch betriebsfremden Fluggästen angeboten werden, gewähren, kann der Wert der Flüge nach § 8 Abs. 2 oder 3 EStG ermittelt werden.

 

2. Die Mitarbeiterflüge sind nach § 8 Abs. 2 EStG mit dem um übliche Preisnachlässe geminderten üblichen Endpreis am Abgabeort zu bewerten:

a) bei Beschränkungen im Reservierungsstatus, wenn die Fluggesellschaft Flüge mit entsprechenden Beschränkungen betriebsfremden Fluggästen nicht anbietet, oder
b) wenn die Lohnsteuer nach § 40 EStG pauschal erhoben wird.

 

3. Gewähren Luftfahrtunternehmen Arbeitnehmern anderer Arbeitgeber Frei- oder verbilligte Flüge, sind diese ebenfalls nach § 8 Abs. 2 EStG zu bewerten.

 

4. In den Fällen der Bewertung nach § 8 Abs. 2 EStG können die Flüge mit Durchschnittswerten angesetzt werden. Für die Jahre 2016–2018 werden die folgenden Durchschnittswerte nach § 8 Abs. 2 Satz 10 EStG für jeden FKM festgesetzt:

a) Wenn keine Beschränkungen im Reservierungsstatus bestehen, ist der Wert des Flugs folgendermaßen zu berechnen:

Bei einem Flug von Durchschnittswerte in EUR je Flugkilometer (FKM)
1–4.000 km 0,04
4.001–12.000 km 0,04 – [0,01 × (FKM–4.000)] ÷ 8.000
mehr als 12.000 km 0,03

Jeder Flug ist gesondert zu bewerten. Die FKM-Zahl ist mit dem Wert anzusetzen, der der im Flugschein angegebenen Streckenführung entspricht. Nimmt der Arbeitgeber einen nicht vollständig ausgeflogenen Flugschein zurück, ist die tatsächlich ausgeflogene Strecke zugrunde zu legen. Bei der Berechnung des FKM-Werts sind die Beträge nur bis zur 5. Dezimalstelle anzusetzen.

b) Bei Beschränkungen im Reservierungsstatus ohne den SA-Vermerk auf dem Flugschein beträgt der Wert je FKM 80 % des nach Buchstabe a ermittelten Werts.

Der nach den Durchschnittswerten ermittelte Wert des Flugs ist um 15 % zu erhöhen.

 

5. Mit den Durchschnittswerten nach Nr. 4 können auch Flüge bewertet werden, die der Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber erhalten hat, der kein Luftfahrtunternehmer ist, wenn

a) der Arbeitgeber diesen Flug von einem Luftfahrtunternehmen erhalten hat und
b) dieser Flug den unter Nr. 4 Buchstaben b oder c genannten Beschränkungen im Reservierungsstatus unterliegt.

 

6. Von den Werten nach Nr. 2–5 sind die von den Arbeitnehmern jeweils gezahlten Entgelte abzuziehen. Der Rabattfreibetrag nach § 8 Abs. 3 EStG ist nicht abzuziehen.

 

Praxisbeispiel Freiflug:

Der Arbeitnehmer erhält einen Freiflug Frankfurt–Palma de Mallorca und zurück. Der Flugschein trägt den Vermerk „SA“. Die Flugstrecke beträgt insgesamt 2.507 km. Der Wert des Flugss für diesen Flug beträgt 60 % von (0,04 x 2.507) = 60,17 EUR; zu erhöhen um 15 % (= 9,03 EUR) = 69,20 EUR.

 

Die gleichlautenden Erlasse der obersten Finanzbehörden der Länder vom 10.09.2015 steht Ihnen hier im Volltext bereit.

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