Fahrtenbuchmethode: Unterjähriger Wechsel unzulässig

Fahrtenbuch | FG-Urteil bestätigt | Az. IV R 35/12

Ein Fahrtenbuch, das nicht während des ganzen Kalenderjahres geführt wird, ist nicht ordnungsgemäß. Damit hat der BFH das Urteil des FG Münster vom 27.04.2012 im Revisionsverfahren bestätigt (Az. IV R 35/12, veröffentlicht am 25.06.2014).

Hintergrund:

Der Kläger, der von seinem Arbeitgeber ein Kraftfahrzeug auch zur privaten Nutzung zur Verfügung gestellt bekommen hatte, begann am 01.05.2008, für dieses Fahrzeug ein (inhaltlich ordnungsgemäßes) Fahrtenbuch zu führen. Das beklagte Finanzamt ermittelte den Nutzungsvorteil auch für die Monate nach Beginn der Aufzeichnungen nach der 1%-Methode. Mit seiner Klage machte der Kläger geltend, dass Veränderungen seiner familiären Situation (Geburt eines dritten Kindes) die Privatnutzungsmöglichkeiten des Fahrzeugs stark eingeschränkt hätten und es deshalb zulässig sein müsse, die Ermittlungsmethode auch während des laufenden Jahres zu ändern.

Entscheidung:

Das Gericht folgte dieser Argumentation nicht. Ein Fahrtenbuch sei nur dann ordnungsgemäß, wenn es für einen repräsentativen Zeitraum von mindestens einem Jahr geführt werde. Ein monatlicher Wechsel zwischen der Fahrtenbuch- und der Pauschalwertmethode widerspreche dem Vereinfachungs- und Typisierungsgedanken der gesetzlichen Regelung in § 8 Abs. 2 EStG. Eine monatlich wechselnde Fahrtenbuchführung berge eine erhöhte Manipulationsgefahr und sei für die Finanzverwaltung nur schwer überprüfbar. Aus diesen Gründen seien die persönlichen Lebensumstände des Klägers nicht zu berücksichtigen.

Zu Recht, bestätigte nun der BFH. Die Fahrtenbuchmethode ist nur dann zugrunde zu legen, wenn der Arbeitnehmer das Fahrtenbuch für den gesamten Veranlagungszeitraum führt, in dem er das Fahrzeug nutzt; ein unterjähriger Wechsel von der 1%-Regelung zur Fahrtenbuchmethode für dasselbe Fahrzeug ist daher nicht zulässig.

Damit hat das FG nach Maßgabe der Rechtsgrundsätze im Ergebnis die Klage zutreffend abgewiesen und den Arbeitslohn des Klägers aus der Überlassung des Dienstwagens zur privaten Nutzung für die Monate Mai bis Oktober 2008 zutreffend nach der 1%-Regelung bewertet.

Das BFH-Urteil vom 20.03.2014 (Az. IV R 35/12) können Sie hier im Volltext lesen.

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