Neue BFH-Urteile zur Entfernungspauschale bei Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte

Entfernungspauschale | Reisekosten | Norma Ebeling-Kapitz

Entfernungspauschale - Neues vom BFHMit zwei neuen Urteilen vom 16.11.2011 (Az. VI R 19/11 und VI R 46/10) hat der BFH Einzelheiten dargelegt, wann die Entfernungspauschale auch für einen längeren, aber verkehrsgünstigeren Weg zwischen Wohnung und Arbeitsstätte in Anspruch genommen werden kann.

Grundsätzlich kann für den Arbeitsweg im Rahmen der Entfernungspauschale nur die kürzeste Verbindung für die einfache Fahrt steuermindernd beansprucht werden. Es ergibt sich jedoch etwas anderes, wenn eine andere Verbindung offensichtlich verkehrsgünstiger ist und deshalb regelmäßig vom Arbeitnehmer genutzt wird.

Bisher war davon auszugehen, dass bei der Nutzung einer verkehrsgünstigeren Wegstrecke eine Zeitersparnis von mindestens 20 Minuten zu erwarten sei. Dies hat der BFH in seiner aktuellen Rechtsprechung nun ebenfalls verneint und entschieden, dass vielmehr alle Umstände des konkreten Einzelfalls, wie z. B. die Streckenführung, Verkehrsaufkommen, Ampelschaltungen u. Ä. zu berücksichtigen seien. Danach könne eine Straßenverbindung auch dann offensichtlich verkehrsgünstiger sein, wenn bei ihrer Nutzung nur eine geringere Zeitersparnis erzielt werde.

Des Weiteren hat der BFH auch klargestellt, dass nur eine Wegstrecke steuermindernd berücksichtigt werden kann, die auch tatsächlich regelmäßig genutzt wird. Eine zwar mögliche Straßenverbindung, die aber tatsächlich vom Steuerpflichtigen nicht genutzt wird, kommt für die Berechnung der Entfernungspauschale nicht in Betracht.

Das heißt also: Damit ergeben sich aus den beiden neuen BFH-Urteilen zur Entfernungspauschale einige für die Steuerpflichtigen positive Grundsätze, um für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte bzw. Betriebsstätte bei Selbstständigen eine längere, aber dafür verkehrsgünstigere Wegstrecke zum Ansatz bringen zu können.

Schreibe einen Kommentar