Entfernungspauschale deckt auch Unfallkosten ab

Entfernungspauschale | auf dem Weg zur Arbeitsstätte | Unfallkosten

Unfallkosten im Rahmen der EntfernungspauschaleWenn auf dem Weg zwischen Wohnung und Arbeitsstätte ein Unfall entsteht, können Unfallkosten und unfallbedingte Krankheitskosten nicht zusätzlich zur Entfernungspauschale geltend gemacht werden.

Dies hat das Finanzgericht Rheinland-Pfalz in seinem (noch nicht rechtskräftigen) Urteil vom 23.02.2016 (1 K 2078/15) gestern veröffentlicht.

Hintergrund

Denn mit der Entfernungspauschale sind nach § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG sämtliche Aufwendungen abgegolten, die dem Arbeitnehmer für die Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstätte entstehen.

Zum Urteil

Die klagende Angestellte hatte 2014 auf dem Arbeitsweg einen Autounfall, bei dem sie Schmerzen im Kopf- und Nackenbereich davontrug – die Behandlungskosten für die Reha wurden dabei nur z. T. von dritter Seite erstattet. Insgesamt hatte sie mit den Reparatur- und Krankheitskosten ca. 940 EUR selbst zu tragen. Diese Kosten machte sie daraufhin in ihrer Einkommensteuererklärung als Werbungskosten geltend.

Allerdings erkannte das zuständige Finanzamt zwar die Reparaturkosten für das Fahrzeug als Werbungskosten an – die Krankheitskosten dagegen wären nur als außergewöhnliche Belastungen berücksichtigungsfähig, wenn sie nicht – wie in diesem Fall – den Betrag von 660 EUR, der nach dem Gesetz als zumutbare Eigenbelastung genannt wird, überschritten hätten.

Die Klage der Angestellten, die sie daraufhin beim Finanzgericht erhob, blieb erfolglos: Denn auch das Finanzgericht bestätigte, dass für die Behandlungskosten kein Werbungskostenabzug in Betracht kommen würde. Nach dem ausdrücklichen Wortlaut in § 9 Abs. 2 Satz 1 EStG deckt die Entfernungspauschale „sämtliche Aufwendungen“ ab, die durch die Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstätte entstehen – damit also auch außergewöhnliche Kosten. Der Gesetzgeber bezwecke damit eine Steuervereinfachung und die Vermeidung von Rechtsstreitigkeiten über die Frage, ob noch gewöhnliche oder schon außergewöhnliche Aufwendungen vorliegen würden. Damit hätte das Finanzamt richtig entschieden, die Reparaturkosten für das Fahrzeug nicht zusätzlich zur Entfernungspauschale als Werbungskosten zu berücksichtigen.

Da das Gericht ein Rechtsmittel nicht zugelassen hat, kann die Klägerin nun nur eine Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesfinanzhof einlegen.

Quelle: Pressemitteilung des FG Rheinland-Pfalz vom 06.04.2016

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