Doppelte Haushaltsführung versus Reisekosten?

Doppelte Haushaltführung | BFH-Urteil | Claudia Auernhammer

Playroom interior.Immer wieder taucht in der Praxis die Frage auf inwieweit sich eine doppelte Haushaltsführung und Reisekosten in die „Quere kommen“. Daher ist es notwendig die Voraussetzungen einer doppelten Haushaltsführung zu kennen.

Um diese Thematik genauer zu unterscheiden hilft ein BFH-Urteil vom 16.01.2013. Dient eine Wohnung am Beschäftigungsort lediglich als Schlafstätte, ist davon auszugehen, dass sich der Mittelpunkt der Lebensführung (weiterhin) am Heimatort befindet. Der Haupthaushalt wird also nicht am Beschäftigungsort geführt. Die bisherige Rechtsprechung geht sogar soweit, dass ein eigener Hausstand auch dann unterhalten wird wenn Kinder bei den Eltern oder einem Elternteil einen gemeinsamen Haushalt unterhalten. Eine Kostenbeteiligung ist dazu bisher nicht erforderlich.
Interessant am Urteil ist die Aussage, dass bei erwachsenen berufstätigen Kindern bei gemeinsamer Haushaltsführung mit den Eltern oder einem Elternteil davon ausgegangen werden kann, dass die Kinder die Führung des Haushaltes maßgeblich mitbestimmen.

Der Entscheidung des BFH lag ein Fall zugrunde in dem ein erwachsener Sohn im Einfamilienhaus der 71-jährigen Mutter lebte. Im Haus waren einzelne Räume allein vom Sohn alleine genutzt und der Sohn hatte am Beschäftigungsort lediglich eine Schlafstätte.

Insgesamt ist zu erkennen, dass der BFH eine neue Linie in der Rechtsprechung zur doppelten Haushaltsführung verfolgt. Eine doppelte Haushaltsführung ist somit bei Ledigen nicht grundsätzlich ausgeschlossen sofern diese wirtschaftlich selbstständig sind.

Die hier dargestellte Ausführung ist unter der bisherigen Rechtsprechung zu betrachten. Ab dem Jahr 2014 wird aufgrund der Gesetzesänderung die finanzielle Beteiligung am gemeinschaftlichen Haushalt erforderlich.

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