Dienstwagen: Vorsteuerabzug und Umsatzbesteuerung

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GeschäftsmannMit einem weiteren Schreiben vom 05.06.2014 erläutert das BMF das Thema Dienstwagen. Darin geht es um die umsatzsteuerliche Behandlung (teil-)unternehmerisch verwendeter Fahrzeuge.

Dabei werden zwei Themen behandelt. Teil I befasst sich mit (teil-)unternehmerisch verwendeten Fahrzeugen, Teil II mit der Überlassung von Fahrzeugen an das Personal (sog. Dienst- oder Firmenwagen). Außerdem wird im Umsatzsteuer-Anwendungserlass (UStAE) mit 15.23 ein neuer Abschnitt „Vorsteuerabzug und Umsatzbesteuerung bei (teil-)unternehmerisch verwendeten Fahrzeugen“ eingefügt.

In diesem Beitrag greifen wir aus Teil II ein Beispiel zur Errechnung der Bemessungsgrundlage bei entgeltlicher Überlassung des Fahrzeugs an einen Mitarbeiter auf:

Besteuerung auf der Grundlage der Fahrtenbuchregelung

Wird bei der entgeltlichen Fahrzeugüberlassung an das Personal zu Privatzwecken der lohnsteuerrechtliche Nutzungswert mithilfe eines ordnungsgemäßen Fahrtenbuchs anhand der durch Belege nachgewiesenen Gesamtausgaben ermittelt (vgl. R 8.1 Abs. 9 Nr. 2 LStR 2013), ist das so ermittelte Nutzungsverhältnis auch bei der Umsatzsteuer zugrunde zu legen.

Die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte sowie die Familienheimfahrten aus Anlass einer doppelten Haushaltsführung werden umsatzsteuerrechtlich den Privatfahrten des Arbeitnehmers zugerechnet. Die Gesamtausgaben für die entgeltliche sonstige Leistung i. S. d. § 1 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1 UStG umfassen auch die Ausgaben, bei denen ein Vorsteuerabzug nicht möglich ist. Für umsatzsteuerliche Zwecke erfolgt keine Kürzung der insgesamt entstandenen Aufwendungen um Aufwendungen, die auf das Batteriesystem bei Elektro- und Hybridelektrofahrzeugen entfallen.

Beispiel

Ein Firmenwagen mit einer Jahresfahrleistung von 20.000 km wird von einem Arbeitnehmer lt. ordnungsgemäß geführten Fahrtenbuch an 180 Tagen jährlich für Fahrten zur 10 km entfernten ersten Tätigkeitsstätte genutzt. Die übrigen Privatfahrten des Arbeitnehmers belaufen sich auf insgesamt 3.400 km. Die gesamten Fahrzeugkosten (Nettoaufwendungen einschließlich der auf die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von 6 Jahren verteilten Anschaffungs- oder Herstellungskosten) betragen 9.000 EUR.

Von den Privatfahrten des Arbeitnehmers entfallen 3.600 km auf Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte (180 Tage x 20 km) und 3.400 km auf sonstige Fahrten. Dies entspricht einer Privatnutzung von insgesamt 35 % (= 7.000 km von 20.000 km). Für die umsatzsteuerrechtliche Bemessungsgrundlage ist von einem Betrag von 35 % von 9.000 Euro = 3.150 EUR auszugehen. Die Umsatzsteuer beträgt 19 % von 3.150 EUR = 598,50 EUR.

 
Das vollständige BMF-Schreiben vom 05.06.2014 (IV D 2 – S 7300/07/10002:001) steht Ihnen hier zum Download bereit.

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