Dienstwagen: Nutzung von Elektro- oder Hybridelektrofahrzeugen

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Schild mit E-AutoMit ihrem Programm „Elektromobilität“ hat die Bundesregierung 2013 beschlossen, dass 10 % der neuen Dienstwagen bis 2015 mit umweltfreundlichen Motoren ausgestattet sein sollen, die weniger als 50 g Kohlendioxid pro Kilometer ausstoßen.

Bei der Besteuerung des geldwerten Vorteils von solchen Dienstwagen soll deren höherer Listenpreis gegenüber Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor ausgeglichen werden, damit keine einkommensteuerliche Nachteile entstehen.

Nun hat die Finanzverwaltung am 05.06.2014 mit einem BMF-Schreiben zur steuerlichen Behandlung der Nutzung von Elektro- und Hybridelektrofahrzeugen für Privatfahrten, Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte bzw. erste Tätigkeitsstätte und Familienheimfahrten Stellung genommen.

BMF-Schreiben zur Nutzung eines betrieblichen Elektro- oder Hybridelektrofahrzeugs

Darin wurde § 6 Abs. 1 Nr. 4 Sätze 2 und 3 EStG um Sonderreglungen für Elektrofahrzeuge und extern aufladbare Hybridelektrofahrzeuge durch das Amtshilferichtlinie-Umsetzungsgesetz (AmtshilfeRLUmsG)  vom 26.06.2013 (BGBl. I S. 1809, BStBl I. S. 802) ergänzt: u. a.um

  • die pauschale Ermittlung des privaten/pauschalen Nutzungswerts dieser Fahrzeuge,
  • Begrenzung der pauschalen Wertansätze und
  • Ermittlung der tatsächlichen privaten bzw. individuellen Nutzungswerte.

In diesem Beitrag greifen wir den letzten Punkt zusammen mit einem Berechnungsbeispiel auf:

Ermittlung des tatsächlichen privaten/individuellen Nutzungswerts

Werden die Entnahme nach § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 1 oder 3 EStG (betriebliche Nutzung des Kraftfahrzeugs von 10–50 % oder Fahrtenbuchmethode), die nicht abziehbaren Betriebsausgaben nach § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6 Satz 3 2. Halbsatz EStG oder der geldwerte Vorteil nach § 8 Abs. 2 Sätze 4 und 5 EStG mit den auf die jeweilige Nutzung entfallenden Aufwendungen bewertet und enthalten die Anschaffungskosten für das Elektro- bzw. Hybridelektrofahrzeug einen Anteil für das Batteriesystem, ist die Bemessungsgrundlage für die Absetzungen für Abnutzung um die nach § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG in pauschaler Höhe festgelegten Beträge zu mindern.


Berechnungsbeispiel:

Der Steuerpflichtige hat im Januar 2013 ein Elektrofahrzeug mit einer Batteriekapazität von 16 kWh erworben. Der Bruttolistenpreis beträgt 43.000 Euro, die tatsächlichen Anschaffungskosten betragen 36.000 Euro. Die betriebliche Nutzung beträgt gem. ordnungsgemäßem Fahrtenbuch 83 %.

Der private Nutzungsanteil nach § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 3 EStG ermittelt sich wie folgt:

  • Für die Ermittlung der Gesamtkosten sind die Anschaffungskosten um den pauschal ermittelten Minderungsbetrag i. H. v. 8.000 Euro (= 16 kWh × 500 Euro) zu mindern.
  • Danach sind bei den Gesamtkosten Absetzungen für Abnutzung i. H. v. 4.666,67 Euro (36.000 Euro ÷ 8.000 Euro = 28.000 Euro, verteilt auf 6 Jahre) anzusetzen.
  • Daneben sind Aufwendungen für Versicherung (1.000 Euro) und Strom (890 Euro) angefallen.

Die Summe der geminderten Gesamtaufwendungen beträgt 6.556,67 Euro. Die Nutzungsentnahme nach der Fahrtenbuchmethode beträgt 1.114,63 Euro (= 17 %).


Quelle: BMF-Schreiben vom 05.06.2014 (Az. IV C 6 – S 2177/13/10002)

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