BMF-Schreiben zur Steuerbefreiung von Jobtickets (4): Nachweispflichten

Zuwendungen | Bescheinigungspflicht | Personennahverkehr

Nach den Grundlagen und vielen Praxisbeispielen aus dem BMF-Schreiben vom 15.08.2019 bilden schließlich Fragen im Hinblick auf Aufzeichnungs- und Nachweispflichten den Abschluss dieser kleinen Reihe rund um die Vorschrift des § 3 Nr. 15 EStG.

Gemäß § 4 Abs. 2 Nr. 4 EStG haben Arbeitgeber steuerfreie Arbeitgeberleistungen im Lohnkonto aufzuzeichnen und nach § 41b Abs. 1 Satz 2 Nr. 6 EStG in Zeile 17 der Lohnsteuerbescheinigung zu bescheinigen. Für den Fall der Anrechnung auf die Entfernungspauschale ist der Wert der Fahrberechtigung, der anteilig auf den Gültigkeitszeitraum der Fahrberechtigung zu verteilen ist (vgl. Minderung der Entfernungspauschale), ebenfalls entsprechend nachzuweisen.

Nachweis bei Zahlung eines Zuschusses zu den vom Arbeitnehmer selbst erworbenen Fahrberechtigungen

Wenn der Arbeitgeber einen Zuschuss zu den vom Arbeitnehmer selbst erworbenen Fahrberechtigungen zahlt, muss er als Nachweis der zweckentsprechenden Verwendung die vom Beschäftigten erworbenen und genutzten Fahrausweise oder entsprechende Belege (wie Rechnungen über den Erwerb eines Fahrausweises, Bestätigung des Verkehrsträgers über den Bezug eines Jobtickets) zum Lohnkonto aufbewahren.

Wichtig: Der Zuschuss darf dabei die Aufwendungen des Arbeitnehmers inkl. USt. für die entsprechenden Fahrberechtigungen nicht übersteigen.

Nachweis bei Überlassung einer Fahrberechtigung an den Arbeitnehmer

Überlässt der Arbeitgeber seinen Arbeitnehmern eine Fahrberechtigung für den Personennahverkehr, hat er auch hier zum Nachweis für das Vorliegen der Voraussetzungen gem. § 3 Nr. 15 EStG den Beleg für die erworbenen Fahrberechtigungen zum Lohnkonto aufzubewahren.

Dies gilt auch für den Fall, dass der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer eine Fahrberechtigung für den Personenfernverkehr überlässt, die nur zur Nutzung für die Strecke zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte sowie zu einem Sammelpunkt oder weiträumigen Tätigkeitsgebiet berechtigt (vgl. „Arbeitgeberleistung berechtigt zur Nutzung des Personenfernverkehrs für die Strecke zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte, zu einem Sammelpunkt oder einem weiträumigen Tätigkeitsgebiet“ 1. Abschnitt).

Nachweis bei Überlassung oder Bezuschussung einer Fahrberechtigung für den Personenfernverkehr

Überlässt oder bezuschusst der Arbeitgeber eine Fahrberechtigung für den Personenfernverkehr, die über die Strecke zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte sowie zu einem Sammelpunkt oder weiträumigen Tätigkeitsgebiet hinausgeht oder auch zu Fahrten i. S. d. § 3 Nr. 13 oder 16 EStG genutzt wird, hat er den Nachweis für das Vorliegen der Voraussetzungen des § 3 Nr. 15 EStG (vgl. „Arbeitgeberleistung berechtigt zur Nutzung des Personenfernverkehrs für die Strecke zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte, zu einem Sammelpunkt oder einem weiträumigen Tätigkeitsgebiet“ 2. Abschnitt) oder den entsprechenden Nachweis zu der von ihm durchgeführten Prognoseberechnung (prognostizierte Voll- bzw. Teilamortisierung; vgl. „Prognostizierte Vollamortisation allein durch Fahrten nach § 3 Nr. 13 und 16 EStG“) neben dem Beleg für die erworbene Fahrberechtigung ebenfalls zum Lohnkonto des jeweiligen Arbeitnehmers aufzubewahren.

Entsprechendes gilt in den Fällen eines Verzichts auf Amortisationsprognose.

Quelle: BMF-Schreiben vom 15.08.2019 (IV C 5 – S 2342/19/10007:001)

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