Auswärtstätigkeit von Leiharbeitnehmern

Leiharbeitnehmer | Fahrtkosten | BFH-Urteil vom 15.05.2013

BFH-UrteilIn dem BFH-Urteil vom 15.05.2013 (Az.: VI R 18/12) ging es darum, ob die anfallenden Fahrtkosten eines Leiharbeitnehmers zwischen seiner Wohnung und seiner Arbeitsstätte mit den tatsächlichen Aufwendungen oder ausschließlich nach Maßgabe der Entfernungspauschale als Werbungskosten zu berücksichtigen sind.

Nach der Auffassung des BFH liegt keine regelmäßige Arbeitsstätte des Leiharbeitnehmers vor, da ein Arbeitnehmer bis 2013 keine regelmäßige Arbeitsstätte bei der Tätigkeitsstätte bei einem Kunden des Arbeitgebers haben kann – in diesem Fall liegt kein örtlicher Bezug zum Arbeitgeber vor. .Denn ein Arbeitnehmer ist grundsätzlich dann auswärts tätig, wenn er außerhalb einer dem Arbeitgeber zuzuordnenden Tätigkeitsstätte tätig wird – und das ist bei Leiharbeitnehmern v. a. der Fall. Demnach sei der Ansatz der tatsächlichen Kosten möglich.

Mit dem Stichtag am 01.01.2014 ist dieses Urteil bereits wieder überholt, da der Leiharbeitnehmer mit den Neuregelungen nicht mehr ausschließlich einer ortsfesten betrieblichen Einrichtung eines Arbeitgebers und damit einer bisher regelmäßigen Arbeitsstätte zugeordnet werden muss. Vielmehr kann auch eine erste Tätigkeitsstätte an einer ortsfesten Einrichtung eines verbundenen Unternehmens nach § 15 AktG oder eines fremden Dritten wie z. B. eines Kunden des Arbeitgebers vorliegen. Damit sind Leiharbeitnehmer ab 2014 nicht mehr auswärts tätig, wenn sie von ihrem Arbeitgeber einer betrieblichen Einrichtung eines Kunden dauerhaft zugeordnet worden sind.

Wenn der Leiharbeitnehmer dagegen vom Entleiher für eine Auswärtstätigkeit angeworben wird, verfügt dieser auch 2014 über keine erste Tätigkeitsstätte – jedoch kann auch in diesem Fall die Entfernungspauschale künftig zur Anwendung kommen und damit der Ansatz der tatsächlichen Fahrtkosten ausgeschlossen sein, wenn der Leiharbeitnehmer zur Aufnahme seiner beruflichen Tätigkeit dauerhaft an demselben Ort oder in demselben weiträumigen Arbeitsgebiet typischerweise arbeitstäglich eingesetzt wird. Dies hat jedoch auf die Berücksichtigung von Verpflegungsmehraufwendungspauschalen und Übernachtungskosten keinen Einfluss.

Schreibe einen Kommentar