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30.11.2022 | FüHRUNG

„Wir sitzen alle im selben Boot“ oder „Lasst uns an einem Strang ziehen“ – beides sind Floskeln, die bei einer klassischen Mitarbeitermotivation zu hören sind. Aber nicht erst seit Corona sitzen eben nicht mehr alle Mitarbeiter im selben Boot (Büro) oder können physisch an einem Strang ziehen, sondern arbeiten teilweise an anderen Standorten oder im Homeoffice. Diese räumliche Diskontinuität stellt die moderne Führungskraft vor einige Herausforderungen, bringt gleichzeitig aber auch Vorteile mit sich. Wir haben uns für Sie das Thema etwas näher angesehen und Pros und Contras von Hybrider Führung zusammengefasst.

Hybride Fuehrung AKADEMIE HERKERT

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Inhaltsverzeichnis

  1. Was bedeutet hybride Führung? – Eine Definition
  2. Hybrides Führungskräftetraining: Theorie vs. Praxis
  3. Hybride Arbeitswelt und hybrider Führungsstil
  4. Fazit: Hybride Führung – ein Muss der heutigen Geschäftswelt?

Was bedeutet hybride Führung? – Eine Definition

Aus der Automobilindustrie sind uns Hybride im Kontext der Elektromobilität ein fester Begriff. Wenn es jedoch um Mitarbeiter-Führungsstile geht, können wir mit dem Begriff „hybrid“ noch nicht allzu viel anfangen. Gefühlsmäßig wird der Begriff hybride Führung bereits häufig richtig verortet, da klar zu sein scheint, dass es sich um ein Modell mit zwei oder mehr miteinander kombinierten Arbeitsfeldern handelt. Aber um welche genau geht es bei diesem modernen Führungsstil und wie können dessen Praxislösungen konkret aussehen?

Definition

Im Personalwesen und im Management wird dann von hybrider Führung gesprochen, wenn als Arbeitsumfeld nicht nur ausschließlich der klassische Büroalltag, sondern unterschiedliche Arbeitsformate parallel vorkommen. Dass es mittlerweile beinahe zur Ausnahme für ein Team gehört, gänzlich in der Präsenz vor Ort im Büro zu arbeiten, ist den Anforderungen an die moderne Arbeitswelt während der Corona-Pandemie zu verdanken.

Moderne Arbeitswelt

Auch ist der Trend des hybriden Arbeitsalltags keine grundlegende Neuheit. Im Außendienst beispielsweise ist diese Aufteilung zwischen mobilem Arbeiten und festem Büroarbeitsplatz seit Jahrzehnten gängige Praxis. Aber aufgrund der technischen Möglichkeiten und der über zweijährigen pandemiebedingten Testphase hat sich das Hybridmodell als kosten- und zeiteffiziente Alternative zum herkömmlichen Arbeitsmodell entwickelt.

Mit diesem Wandel der Berufswelt kamen aber auch neue Anforderungen an die Führungskräfte hinzu. Denn nun ist es nicht mehr möglich, mal schnell ins Büro nebenan zu gehen, wenn Gesprächsbedarf oder Krisenintervention vonnöten ist. Auch die Kommunikation über E-Mail ist oft nicht persönlich genug und hat nach wie vor großes Potenzial für Missverständnisse.

→ Wie Führungskräfte gezielt auf diese Herausforderungen eingehen können, haben wir uns im Folgenden näher angesehen.

Hybrides Führungskräftetraining: Theorie vs. Praxis

Es gibt unterschiedliche Ansätze, sich dem Thema der hybriden Führung zu nähern. Eine Kombination aus gezieltem Führungskräftetraining und Praxisanleitungen erscheint aber am effektivsten und nachhaltigsten. So lassen sich theoretische Ansätze mit der individuellen Umgebung und den einzelnen Praxisanforderungen kombinieren.

Was aber bei all diesen Ansätzen stets im Mittelpunkt stehen sollte, ist die menschliche Komponente. Damit steht und fällt auch der Erfolg eines hybriden Führungsansatzes.

So taucht in den unterschiedlichen Ratgebern immer wieder das Stichwort Empathie als Grundpfeiler der hybriden Führung auf. Selbstverständlich für viele, ist es doch noch nicht Praxis bei allen Führungskräften. Denn oft liegen die unterschiedlichen Interpretationen des Begriffs und dessen Umsetzung weit auseinander.

Eine hybride Führungskraft muss im gewissen Grade empathischer sein können als eine „analoge“ Führungskraft. Das ist deswegen notwendig, weil über eine gewisse Distanz ein höheres Maß an Einfühlsamkeit, als im alltäglichen Gegenüber vor Ort gefordert ist. Denn nur so kann die Chefin oder der Chef auch über eine größere Entfernung nachempfinden, was die eigenen Mitarbeitenden gerade bewegt und dementsprechend agieren. Diese Art des Verständnisses führt im nächsten Schritt fast immer zur zusätzlichen Motivation und gefestigtem Vertrauen der Angestellten gegenüber der Führungsebene. Da Empathie nicht zwingend erlernbar ist, gibt es ein paar konkrete Hilfsmittel, um gleichzeitig emotional, produktiv und somit effektiv zu sein:

  • Seien Sie persönlich und professionell: Nehmen Sie sich auch die Zeit für private Themen ihrer Mitarbeitenden. So funktioniert nicht nur die Mitarbeiterbindung, sondern auch das Team-Building besser.
  • Denken Sie nicht zu sehr in einem Schema A und fokussieren sich nicht ausschließlich auf einzelne Erfolgsfaktoren. Jeder Mitarbeitende hat unterschiedliche Stärken und Schwächen, ein unterschiedliches Arbeitstempo und Herangehensweisen. Versuchen auch Sie in Ihrer Denkweise ähnlich flexibel zu sein.
  • Kommunikation ist das A und O einer hybriden Führungskraft. Das Prinzip der offenen Türen kann auch digital stattfinden. Geben Sie ihren Mitarbeitenden immer die Möglichkeit, mit Ihnen zu kommunizieren. Bei stark getakteten Arbeitsalltagen lohnt es sich, einen wiederkehrenden Termin (Stammtisch Ä.) einzuführen, an dem bewusst nicht über Geschäftliches gesprochen wird.
  • Kreativität kennt keine Grenzen. Dennoch sollte immer ein Mittelmaß zwischen Kreativität und Produktivität gefunden werden. Eine Möglichkeit sind sog. Kreativtermine, in denen die Mitarbeitenden unterschiedliche Ideen und Konzepte (auch fachübergreifend) miteinander besprechen.

Hybride Arbeitswelt und hybrider Führungsstil

Nun sind vorangehend erklärte Umsetzungsmöglichkeiten nicht per se exklusiv für die hybride Arbeitswelt, sondern führen im Allgemeinen dazu, eine effektivere Führungskraft zu sein. Dennoch könnten gehässige Zungen wohl oder übel behaupten, man solle grundsätzlich „einfach zur/m besseren Chef/in werden“. Was stellt also die hybride Arbeitswelt für spezielle Anforderungen an die hybride Führungskraft, die über die erwähnten Bereiche hinausgeht?

Ein Faktor bei hybriden Arbeitsmodellen ist das Zeitmanagement anhand flexibler Arbeitszeiten. Das sorgt dafür, dass hybride Führungskräfte weniger auf die Arbeitszeit selbst, als vielmehr auf die erledigten Aufgaben achten sollten. So können sich die mobilen Arbeitskräfte ihre Zeit selber einteilen, solange das Ergebnis bis zu einem festgesetzten Termin erbracht wird. Eine Folge davon sind dynamischere Tagesabläufe und gleichzeitig mehr Raum für Kreativität und Selbstverwirklichung der Belegschaft. Ein Ziel des hybriden Führungsstils ist somit die Selbstverantwortung der Angestellten bei gleichzeitig klassisch vorhandener Büro-Hierarchie.

Eine besonders große Herausforderung kann hybride Führung dann darstellen, wenn aus einer Kollegin oder einem Kollegen der/die Vorgesetzte wird. Oft geht dem Ganzen keine Anlaufzeit und Einarbeitung voraus – die neuen Führungskräfte müssen den Sprung ins kalte Wasser wagen. Damit der Übergang reibungslos funktioniert und die neue Teamleitung gleich von Beginn an Erfolge mit den Mitarbeitenden feiern kann, bietet das Intensiv-Seminar „Aus dem Team zur Führungskraft“ in drei Tagen mit Abschlusszertifikat die perfekte Vorbereitung für die Anforderungen an angehende Führungskräfte.

Fazit: Hybride Führung – ein Muss der heutigen Geschäftswelt?

Auch in Zukunft wird sich die Arbeitswelt konstant weiterentwickeln und starre, einseitige Führungsstile auf der Strecke bleiben. Zukunftssicher aufgestellt zu sein, bedeutet dann im Umkehrschluss eben auch, Mitarbeiter agil, dynamisch und flexibel führen zu können. Hartnäckig hält sich in manchen Berufsfeldern immer noch das Vorurteil, dass im Homeoffice nicht gearbeitet würde. Das läge daran, dass schlicht die Kontrolle der Angestellten im der Home-Office-Arbeit geringer geworden sei. Dieser Eindruck täuscht aber, denn durch Zeit- und Teammanagementprogramme können Mitarbeitende mehr denn je an ihrer Produktivität gemessen und jederzeit kontaktiert werden.

Wie Sie eines der gängigsten Tools zur Aufgaben- und Projektplanung am effektivsten einsetzen, erfahren Sie in der Online-Kurzschulung „Selbst- und Teammanagement mit Microsoft Planner“. Auch kann es für Führungskräfte durchaus sinnvoll sein, gewisse Arbeiten abzugeben. Ein/e „Office Manager/in“ übernimmt wichtige Organisations- und Kommunikationsaufgaben, entlastet die Führungsebene und sorgt für einen reibungslosen und effektiven Büroalltag.

Von Anfang an Sicherheit und Akzeptanz in der neuen Rolle
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12 Termine ab 06.02.2023
Präsenz oder online
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11 Termine ab 08.02.2023
Präsenz und online/schriftlich

Quellen: blog.iao.fraunhofer.de, morethandigital.info

Augsburg, 30.11.2022
Online-Redaktion AKADEMIE HERKERT

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