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28.11.2013 | PERSONAL, AUSBILDUNG & RECHT

Die Kürzung der Verpflegungspauschale gilt ausdrücklich auch für Mahlzeiten, die im eigenbetrieblichen Interesse von Arbeitgeber/-innen oder einem Dritten gestellt werden – insbesondere Mahlzeiten bei Geschäftsessen. Grundlage hierfür ist eine Gesetzesänderung aus dem Jahr 2014. So muss z. B. bei Geschäftsessen (wenn durch das Unternehmen veranlasst) ebenfalls die Verpflegungspauschale gekürzt werden. Welche Regelungen sind hierbei zu beachten?

Kuerzung Verpflegungspauschale bei Bewirtung Forum Verlag Herkert GmbH
(Bild: © CandyBox Images – stock.adobe.com)

Die Kürzung der Verpflegungspauschalen ist nach § 9 Abs. 4a Satz 8 Einkommenssteuergesetz (EStG) immer dann vorzunehmen, wenn den Beschäftigten eine Mahlzeit von ihrem Arbeitgeber/ihrer Arbeitgeberin zur Verfügung gestellt wird. Das gilt auch, wenn der/die Arbeitgeber/-in eine dritte Person veranlasst, das Geschäftsessen anzubieten.

Daher gilt die Kürzung ebenfalls für die Teilnahme des Arbeitnehmers an einer geschäftlich veranlassten Bewirtung i. S. d. § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 EStG sowie an einem außerhalb der ersten Tätigkeitsstätte gewährten Arbeitsessen (R 19.6 Abs. 2 Satz 2 LStR). Bedingung hierfür ist, dass der/die Arbeitgeber/-in oder auf dessen Veranlassung eine dritte Person die Mahlzeit zur Verfügung stellt. Es kommt nicht darauf an, ob Vorteile aus der Gestellung derartiger Mahlzeiten zum Arbeitslohn zählen.

Im Folgenden zeigen drei Beispiele, wie Unternehmen die Kürzung der Verpflegungspauschale bei Bewirtungen in der Praxis anwenden.

Beispiel 1

Fall: Im Rahmen einer Besprechung besucht ein Kunde die Firma und wird durch die Arbeitnehmer/-innen zum Essen in eine Gaststätte eingeladen.
Lösung 2013 (alte Gesetzgebung): Für alle beteiligten Arbeitnehmer/-innen muss kein geldwerter Vorteil versteuert werden.
Lösung ab 2014 (aktuelle Gesetzgebung):

Auch hier liegt kein geldwerter Vorteil vor. Die Kürzungen gelten lt. Gesetzesänderung ab 2014 ausdrücklich auch für Mahlzeiten, die im eigenbetrieblichen Interesse des Arbeitgebers/der Arbeitgeberin oder einer dritten Person gestellt werden. Das gilt insbesondere für Mahlzeiten bei Geschäftsessen, sofern der/die Beschäftigte Verpflegungsmehraufwendungen erhält.

Dies ist hier allerdings nicht der Fall, da keine Auswärtstätigkeit vorliegt. Ein Sachbezug muss ebenfalls nicht versteuert werden, da auch 2014 eine Bewirtung von Geschäftsfreunden/-freundinnen keinen steuerpflichtigen Arbeitslohn begründet.

 

Beispiel 2

Fall:

Im Rahmen einer Auswärtstätigkeit (mehr als 8 Stunden) besucht eine Arbeitnehmerin einen Kunden und geht gemeinsam mit ihm Mittagessen. Eine arbeitgeberveranlasste Mahlzeit liegt vor.

Der Arbeitgeber zahlt und die Rechnung ist entweder auf die Firma ausgestellt oder es liegt eine Kleinbetragsrechnung bis 150 Euro brutto vor.

Lösung 2013 (alte Gesetzgebung): Für die beteiligte Arbeitnehmerin muss kein geldwerter Vorteil versteuert werden.
Lösung ab 2014 (aktuelle Gesetzgebung): Die Arbeitnehmerin erhält Verpflegungsmehraufwendungen vom Arbeitgeber. Somit muss auch bei dieser Bewirtung von Geschäftsfreunden die Verpflegungspauschale um 9,60 Euro gekürzt werden.

 

Beispiel 3

Fall: Bei einer Auswärtstätigkeit (mehr als 8 Stunden) geht ein Arbeitnehmer gemeinsam mit einem Kunden Essen. Allerdings bezahlt jetzt der Kunde die Rechnung und nicht der Arbeitgeber des Arbeitnehmers.
Lösung 2013 (alte Gesetzgebung): Für den beteiligten Arbeitnehmer muss kein geldwerter Vorteil versteuert werden.
Lösung ab 2014 (aktuelle Gesetzgebung): In diesem Fall lädt der Kunde den Arbeitnehmer ein. Damit ist die Voraussetzung einer arbeitgeberseitigen Mahlzeitengestellung nicht gegeben. Entsprechend muss nicht von der Verpflegungspauschale gekürzt werden.

  

Augsburg, 28.11.2013
Online-Redaktion AKADEMIE HERKERT

Auch hier liegt kein geldwerter Vorteil vor. Die Kürzungen gelten lt. Gesetzesänderung ab 2014 ausdrücklich auch für Mahlzeiten, die im eigenbetrieblichen Interesse des Arbeitgebers/der Arbeitgeberin oder einer dritten Person gestellt werden. Das gilt insbesondere für Mahlzeiten bei Geschäftsessen, sofern der/die Beschäftigte Verpflegungsmehraufwendungen erhält.

Dies ist hier allerdings nicht der Fall, da keine Auswärtstätigkeit vorliegt. Ein Sachbezug muss ebenfalls nicht versteuert werden, da auch 2014 eine Bewirtung von Geschäftsfreunden/-freundinnen keinen steuerpflichtigen Arbeitslohn begründet.

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