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Neuigkeiten & Fachwissen
29.03.2021 | FüHRUNG

Konstruktive Führungsarbeit muss sich immer mehr von alten Denkmustern lossagen. Moderne Teams verlangen vermehrt nach einer zeitgemäßen Führung ohne Vorgesetztenfunktion oder strenge Hierarchien. Dies zeichnet insbesondere moderne Führungsstile aus. Eine Übersicht in kompakter Form erhalten langjährige wie auch angehende Führungskräfte in diesem Beitrag. Denn die Anforderungen an die verschiedenen Führungsstile und Arten zum konstruktiven Umgang mit den Mitarbeitenden haben sich enorm gewandelt.

 

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Verschiedene Führungsstile: Arten in theoretischer Unterscheidung

Meeting im Stuhlkreis, Close-up auf eine erfahrene Mitarbeiterin im Gespräch

Die verschiedenen Führungsstil-Arten eröffnen für die Mitarbeitenden unterschiedliche Möglichkeiten für Eigeninitiative. Besonders stark betonen dies moderne Führungsstile. Von diesen profitieren erfahrungsgemäß auch die Motivation und Leistungen im Team. (Bild: © Jacob Lund / stock.adobe.com)

Die formal-theoretische Unterscheidung der Führungsstile nach Arten bezieht sich meist entweder auf Kurt Lewin oder Max Weber. Folgende drei beziehungsweise vier Führungsstile spielen – in Grundzügen – auch für die moderne Führung von heute weiterhin eine Rolle. Kurt Lewin spricht typischerweise vom

  1. autoritären Führungsstil, mit uneingeschränkter Machtposition der Führungskraft;
  2. kooperativen Führungsstil, auch als demokratischer Führungsstil bekannt;
  3. Laissez-faire-Führungsstil, der Mitarbeitenden sehr große Freiheiten lässt.

Die folgenden Führungsstile oder Arten der Führung hingegen gehen auf Max Weber zurück:

  1. Autokratischer Führungsstil, das Äquivalent des autoritären Führungsstils
  2. Patriarchalischer Führungsstil, der eine alleinige Machtposition durch Erfahrung, Wohlwollen und persönlicher Motivation der Führungskraft rechtfertigt.
  3. Charismatischer Führungsstil, der stark von der persönlichen Ausstrahlung als positive Leitfigur abhängt.
  4. Bürokratischer Führungsstil, wobei hier keine vorgesetzte Führungskraft das Zepter führt. Regularien, Vorschriften und vorgegebene Strukturen sind maßgeblich.

Diese als idealtypisch bezeichneten Stile mit klar definierten Rollen bergen allerdings Risiken. Denn abgesehen vom bürokratischen und Laissez-faire-Führungsstil liegen alle Befugnisse bei einer einzelnen Führungskraft. Diese hat einen nahezu uneingeschränkten Machtanspruch inne.

Insofern verhindern diese Strukturen ein flexibles Reagieren auf die schnelllebigen Veränderungen. Dies allerdings ist eine grundlegende Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit eines jeden Unternehmens. Deutlich mehr Erfolg versprechen moderne Führungsstile, die auf aktuelle Herausforderungen der Wettbewerbslandschaft und Megatrends zugeschnitten sind.

Moderne Führungsstile geben Antworten auf extreme Unsicherheit im Team

Es gilt, die Theorie in die Praxis zu überführen und entsprechenden Mehrwert für die Zusammenarbeit zu liefern. Viele der typisch direktiven Führungskonzepte sind längst nicht mehr zeitgemäß. Letztendlich untergraben sie sogar die Wirkungsweise einer erfolgreichen modernen Führung 4.0 für die einzelnen Mitarbeitenden. Denn diese sind insbesondere im digitalen Zeitalter mit extremen, teils überfordernden Fragestellungen konfrontiert:

  • Alles wird komplexer – in allen Aspekten der Arbeitswelt, nicht nur in technischer Hinsicht. Dies prägt auch die Strukturierung von Teams und Projektmanagement. Die Führungskraft ist gefordert, immer den Überblick zu bewahren und Orientierung zu geben.
  • Alles wird transparenter – auch die relevanten Veränderungen am Markt. Diese sind möglichst frühzeitig zu identifizieren und darauf entsprechend zu reagieren. Dazu können Kund*innen immer bessere Möglichkeiten zum Angebotsvergleich nutzen, während sich die Zyklen der Produktentwicklung etc. verkürzen.
  • Alles befindet sich im Wandel – einschließlich der internen Arbeitsstrukturen. Die Führungskraft trägt stets Verantwortung dafür, dass jegliches Veränderungsmanagement gelingt.

Diese beständige Veränderlichkeit erfordert neue, flexible Antworten. Die Teams wiederum sind darauf angewiesen, dass ihre Führungskräfte diese Antworten geben können.

Erfolgsfaktoren für gute Teamarbeit – unter der richtigen Führung

In der alltäglichen Arbeitspraxis wird Führung immer häufiger ohne formal festgehaltene Vorgesetztenfunktion umgesetzt. Dies kommt einer offenen Kommunikation und Projektarbeit auf Augenhöhe zugute – dem Herzstück moderner Führungsstile.

Herausforderungen für angehende Führungskräfte

Mehrere Personen in Meeting am Tisch, Zoom auf jungen Mann, der zuhört und lächelt

Moderne Führungsstile arbeiten vorranging mit flachen Hierarchien und ermöglichen eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Gleichzeitig variieren jedoch Anforderungen, Erwartungshaltungen und persönliche Kompetenzen, was in der offenen Kommunikation, Feedback und Mitarbeitersteuerung Berücksichtigung finden muss. (Bild: © opolja / stock.adobe.com)

Insofern ist es ratsam, sich von direktiven Ansätzen und etwa vom autoritären Führungsstil zu lösen. Dies gilt jedoch für beide Seiten:

  • Für langjährige Führungskräfte und solche, die diese Rolle neu einnehmen, sowie für
  • die Mitarbeitenden, die mit ihnen im Team zusammenarbeiten.

Umso schwieriger ist der Wechsel in eine Führungsposition, also von der Rolle als Kolleg*in in die des*r Vorgesetzten. Besondere Herausforderungen an die neue Führungskraft sind dabei:

  • Erwartungshaltung der Mitarbeitenden und Kolleg*innen
  • Einfordern von Leistung sowie Akzeptanz und Respekt für die neue Rolle
  • Motivierender und wertschätzender Umgang mit den Mitarbeitenden
  • Eigenes Verständnis von Führung, Feedback, Kritik und Kontrollfunktion
  • Angemessener Umgang mit Stärken und Potenzialen – bei sich selbst sowie den Personen im Team

Kompetenzen erweitern für eine erfolgreiche Führung im Team

Allzu häufig bleibt keine Zeit für einen geordneten Übergang in die neue Führungsrolle. Einen hilfreichen Methodenkoffer, Praxistipps und professionelle Strategien können angehende Führungskräfte in unserem dreitägigen Intensiv-Seminar mit Zertifikat erwerben. Darin erhalten die Teilnehmenden wertvollen Input auf Fragestellungen zur Führungsarbeit, wie etwa:

  • Wie kann die Kommunikation funktionieren?
  • Wie sollen Anweisungen an das Team aussehen?
  • Wie lassen sich Vertrauen und Motivation fördern?
  • Wie gelingt ein guter Umgang mit eigenen Unsicherheiten?
  • Welche Instrumente zur Mitarbeiterführung stehen in Krisenzeiten zur Verfügung?

Weitere Einblicke zu Agenda und Methodik sowie dem Kommentar einer Teilnehmerin zu Inhalten und Gestaltung des Intensivseminars gewährt das folgende Video:

 

Sämtliche Informationen, Inhalte, Methodik und einige Vorab-Tipps zum Umsetzen moderner Führungsstile finden Sie hier:

 

 

Moderne Führungsstile in der Übersicht: Welche Führungsstile gibt es?

Diverses Team in Meeting mit Tisch, Laptops, Unterlagen und Magnetwand diskutiert

Ein Team zu führen ist primär unabhängig von einer formellen Vorgesetztenfunktion. Wesentlich wichtiger ist, entsprechende Elemente verschiedener Führungsstil-Arten passend zu kombinieren. Denn der eigene Führungsstil kann nur dann einen positiven Effekt auf Leistung und Motivation der Mitarbeitenden nehmen, wenn Führungskräfte authentisch, konsistent und auf Augenhöhe führen. (Bild: © gstockstudio / stock.adobe.com)

Erfolgreiche Führungsarbeit setzt nicht nur theoretisches Wissen, Strategien und ein Verständnis für die Psychologie der Mitarbeitenden voraus. Auch ergeben sich in der Praxis meist Mischformen aus verschiedenen Ansätzen. Entscheidend ist, für die praktische Führungsarbeit den eigenen, individuellen Führungsstil zu finden – und ihn konsistent anzuwenden. Insofern bilden eine persönliche Standortbestimmung und Training in der Praxis die Grundlagen für erfolgreiche Führung.

Trotz allem lassen sich in der Praxis meist grundlegende Tendenzen erkennen und den verschiedenen Führungsstilen zuordnen. Dazu werfen wir im Folgenden einen kurzen Blick auf zeitgemäße, moderne Führungsstile. Die Arten werden anhand ihrer Hauptcharakteristika kurz vorgestellt.

1. Kooperativer Führungsstil

Der kooperative Führungsstil lässt laut Definition die Mitarbeitenden einerseits von einem wertschätzenden Miteinander profitieren. Zum anderen verfügen sie über Möglichkeiten, sich selbst einzubringen. Ein kooperativer Führungsstil setzt allerdings voraus, dass die Führungskraft über vielseitige Leadership Skills verfügt, wie etwa:

  • Durchsetzungsvermögen – ohne die gewünschte Eigeninitiative der Mitarbeitenden zu schwächen.
  • Offene Kommunikation – im Hinblick auf Feedback, jedoch auch Kritikfähigkeit und Fehlerkultur.
  • Teamgeist in allen Belangen – das schließt das Arbeiten wie auch die Entscheidungsfindung im Team mit ein.

Mit gutem Grund verdient dieser Ansatz die alternative Bezeichnung als demokratischer Führungsstil.

2. Laissez-faire-Führungsstil

Den prototypischen Kontrast zum autoritären bildet der Laissez-faire-Führungsstil – Definition und Bezeichnung lassen es bereits vermuten. Hier verfügen die Mitarbeitenden über deutlich mehr Freiheiten, etwa im Hinblick auf

Beim Laissez-faire-Führungsstil hält sich die Führungskraft allgemein stark zurück. Das schließt auch ein konstruktives Eingreifen aus, etwa im Sinne einer Konfliktlösung im Team.

3. Laterale Führung

Die Führungsaufgaben gehen über Koordinieren von Teams und Abteilungen hinaus. Jedoch muss diese Führungsstil-Art dabei ohne disziplinarische Macht oder Weisungsbefugnis auskommen. Unabhängig von einer hierarchischen Struktur bilden bei der lateralen Führung die folgenden drei Prinzipien die Basis:

  • Offene Verständigung und Abwägen über Zielsetzungen, Perspektiven und Interessen der Beteiligten. Ziel ist das Finden fruchtbarer Sichtweisen, die alle gemeinsam einnehmen können.
  • Eine gewisse Machtposition lässt sich mit verschiedenen Mitteln festigen. Typische Faktoren sind Fachwissen, Netzwerke, Ausstrahlung oder auch Sympathie.
  • Ein solides Vertrauensverhältnis zwischen Führung und Teammitgliedern ist unerlässlich. Sie verbessert zudem die offene Kommunikation und Kooperation nach Rollenverhältnissen.

4. Partizipativer Führungsstil

Der partizipative Führungsstil wirkt sich positiv auf die Motivation und Leistung der Mitarbeitenden aus. So kann und soll jede*r Einzelne

  • durch flache Hierarchien den eigenen Wissensschatz, Fähigkeiten und hohe Leistungen einbringen.
  • Verantwortung übernehmen und die eigene Arbeitsweise an Zielorientierung und Nutzen-Kosten-Relation ausrichten.
  • Entscheidungen durch persönliche Einschätzungen mitgestalten, auch wenn die Führungskraft die letztendliche Entscheidung fällt.

Dieser Ansatz stellt allerdings hohe Anforderungen an die Führungskraft und ihre Fähigkeiten. Denn es ist an ihnen, den notwendigen Raum und Gestaltungsmöglichkeiten einzuräumen.

5. Transformationaler Führungsstil

Der transformationale Führungsstil eignet sich am besten für dynamische Arbeitskontexte, um Mitarbeiterengagement, -bindung und Selbstdisziplin zu fördern. So zeichnet sich dieser Führungsstil der Definition und Theorie zufolge durch vier Arten der Wechselwirkung zwischen Führungskraft und Mitarbeitenden aus:

  • Vorbildfunktion einnehmen
  • Inspiration und Motivation vermitteln
  • Intellektuelle Anregungen geben
  • Individuelle Unterstützung leisten

Im Hinblick auf die allgegenwärtige Veränderlichkeit von unternehmensrelevanten Faktoren empfiehlt sich der transformationale Führungsstil umso mehr. Primärer Schlüssel dazu sind Eigeninitiative und eine hohe Selbständigkeit der Mitarbeitenden. Voraussetzungen für eine erfolgreiche transformationale Führung sind:

  • Offene Kommunikation und Transparenz
  • Stabile Vertrauensbasis zwischen allen Beteiligten
  • Fördern individueller Stärken und Kreativität
  • Gefühl von Teamgeist und Zusammenhalt

Moderne Führungsstile: Die Art und Weise zu führen ist individuell

Dieser kurze Überblick dient als Orientierung für Führungskräfte und ihre Mitarbeitenden, um

  • die persönlichen Entwicklungsfelder auszuloten,
  • Leadership Skills auszudifferenzieren,
  • passende Ansätze für die Teamarbeit zu finden und
  • diese Erkenntnisse in die Führungsarbeit im Praxisalltag zu integrieren.

Die Praxiserfahrung wie auch die unterschiedlichen Konzepte zeigen: Es gibt keine Pauschallösung. Je nach Persönlichkeitsprofil und Teamdynamiken eignen sich oft nur einzelne Elemente der Führungsstile. Vor- und Nachteile können sich letztlich bei allen Varianten einstellen.

Die praktische Anwendung unterscheidet sich jedoch auch aus der Perspektive der Mitarbeitenden. Laut einer Umfrage mit 2.085 Fachkräften variiert die Erwartungshaltung gegenüber ihrer Führung – wie auch ihre praktische Umsetzung. Beim Thema Motivation ist die Diskrepanz besonders groß: 68,9 Prozent wünschen sich, dass ihre Führungskraft sie motiviert. Tatsächlich der Fall ist das jedoch nur bei 37,7 Prozent.

Für die konkrete Führungsarbeit empfiehlt es sich, Führungskompetenzen gezielt zu stärken. Eine professionelle Vorbereitung ermöglicht Bestleistungen – in der Führungsposition wie auch in der Projektarbeit im Team. Kompakte Trainingseinheiten kombinieren dabei eine Zeitersparnis und einen hohen Praxisbezug. Alle Informationen zu Inhalt und Methodik dazu finden Sie hier:

Augsburg, 29.03.2021
Online-Redaktion AKADEMIE HERKERT