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04.11.2019 | ARBEITSSCHUTZ & ARBEITSSICHERHEIT

Begeisterte Teilnehmer auf der Jahrestagung Arbeitsschutz der AKADEMIE HERKERT

Zahlreiche Praxistipps und lebhafte Diskussionen erlebten die Teilnehmer der Jahrestagung Arbeitsschutz am 25.09.2019 in Frankfurt. Die Teilnehmer kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen und Branchen. Fachkräfte für Arbeitssicherheit mischen sich mit Führungskräften, Brandschutzbeauftragten sowie verantwortlichen Elektrofachkräften. Auch wenn die Branchen sehr unterschiedlich sind, haben sie eines gemeinsam: Sie teilen eine verantwortungsvolle Aufgabe - den Arbeitsschutz im Betrieb.

Der Fokus liegt auf aktuellen Themen
Von der aktuellen Diskussion um Dieselabgase ist auch der Arbeitsschutz betroffen, beispielsweise in der TRGS 554, die die Abgase von Dieselmotoren beinhaltet und bei Staplern relevant sein kann. Hierfür werden in der Gefährdungsbeurteilung Schutzmaßnahmen festgelegt. Die sind abhängig von Faktoren wie geschlossenen Arbeitsbereichen, Motortyp oder Betriebsweise. Moderator Dipl.-Ing. (FH) Burkhard Norbey gibt zu bedenken, dass die Anwendung einzelner Schutzmaßnahmen nicht zwangsläufig sicherstellt, dass die Arbeitsplatzgrenzwerte eingehalten sind. Deshalb sind ggf. weitere technische, organisatorische oder persönliche Schutzmaßnahmen erforderlich. Deren Wirksamkeit muss regelmäßig überprüft und dokumentiert werden, wie es bei einer Gefährdungsbeurteilung vorgesehen ist.
Aktuell ist auch die Übergangsfrist der PSA-VO abgelaufen. So unterliegen PSA aus Kategorie III (z.B. Gehörschutz, Rettungswesten, oder PSA für Kettensägen) einer Produktionskontrolle durch eine notifizierte Stelle. Darüber hinaus besteht die Pflicht zu einer praktischen Unterweisung der Beschäftigten, werden die Teilnehmer erinnert.

Elektrische Arbeits- und Betriebsmittel: Prüfanlass und Prüfpflicht
Über den Tag verteilt werden die Teilnehmer zahlreiche Fragen los. Eine Fragestellung hat die Diskussion losgetreten, ob die Neuanschaffung eines Arbeits- oder Betriebsmittels immer ein Prüfanlass ist. Es gehört zu den Grundpflichten des Arbeitgebers, Arbeitsmittel erst dann verwenden zu lassen, nachdem er festgestellt hat, dass die Verwendung der Arbeitsmittel nach dem Stand der Technik sicher ist, erklärt Dipl.-Ing. Karl Donath. Bei erschwerten Bedingungen oder schädlichen Einflüssen sollte auf jeden Fall regelmäßig geprüft werden, ebenso vor der erstmaligen Verwendung und bei Wiederinbetriebnahme nach einer Reparatur. So einfach ist die Fragestellung aber nicht beantwortet, erfahren die Teilnehmer. Wird eine Maschine vor Ort aus Teilen verschiedener Hersteller aufgebaut, empfiehlt es sich zu überprüfen, ob man als Hersteller im Sinne der Maschinenrichtlinie gilt und somit ein Nachweis notwendig wird, dass die Maschine für die Mitarbeiter sicher ist. Wenn aber der einzige Lieferant einer Maschine bereits geprüft hat und die Dokumentation nach DGUV 3 und 4 korrekt ist, muss man ggf. nicht sofort neu prüfen. In der Networking-Pause vertiefen die Teilnehmer die Diskussion bei schmackhaften Snacks und tauschen sich mit Kollegen aus anderen Unternehmen aus.

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Lebhafter Austausch auf der Tagung Arbeitsschutz. Quelle: AKADEMIE HERKERT

Arbeitsschutz in der Unternehmenskultur verankern
Wie viel Auswirkung die Unternehmenskultur auf die Gesundheit hat, verdeutlicht Prof. Dr. Gabriele Elke im Vortrag Management im Arbeitsschutz. Insbesondere die Führungsebene sollte ein gutes Beispiel vorleben, unterstreicht sie. Denn: Eine Aufgabe wird als bedeutsam wahrgenommen, wenn die ausführende Person diese als wichtig und sinnvoll empfindet. In der Praxis sollte man sich also kritisch hinterfragen: Was ist der Nutzen für Mitarbeiter und Führungskräfte, dass gewisse Standards eingehalten werden? Darüber hinaus kann man die eigene Gesundheitskultur z.B. mit Managementsystemen wie OrgaCheck testen.

Die Referenten geben den Teilnehmern nicht nur viele Umsetzungstipps sondern zahlreiche Best Practices mit auf den Weg. Am Ende eines sehr informativen und austauschreichen Tages würden 96,4% der Teilnehmer die Tagung weiterempfehlen.
Die AKADEMIE HERKERT freut sich aufs nächste Jahr und auf viele bekannte Gesichter!

Weitere Informationen und das Programm für 2020 finden Interessierte unter www.akademie-herkert.de/7125.

Merching, 04.11.2019
Julia Blome,
Produktmanagerin